Home Office Goals - fein sauber für 2018


Hach ja, ein stylisch inspirierendes, aber aufgeräumtes und übersichtliches Home Office, das wünsch ich mir! Seit ich meinem Liebsten zusammen gezogen bin, kann ich immerhin von Glück sagen, dass wir ein "drittes Zimmer" in unserer Wohnung haben, also theoretisch ein Büro, in dem man alles ungestört erledigen kann. Faktisch ist es aber viel mehr eine Wäschetrocken-Gästezimmer-Abstellkammer-Ankleidezimmer-Mischung geworden, da nicht nur unser Schreibtisch, sondern auch unser Kleiderschrank sowie die Gästecouch darin wohnt. Und in ziemlich regelmäßigen Abständen eben auch noch der Kleiderständer, auf dem die Wäsche tage- bis wochenlang trocknet - je nach dem, wie nass sie eben ist und wie viel Zeit man hat, sie abzuhängen. Nebenbei wird außerdem noch alles weitere in diesem dritten Zimmer geparkt, das noch nicht seinen Platz in der Wohnung gefunden hat: potentielle Geschenke, Nähmaschine inklusive Stoffreste und umzunähende Kleidungsstücke, Laptoptaschen und ausrangierte Elektronik (wird bald verkauft! ehrlich!), noch nicht abgeheftete Dokumente und Pakete, die noch zur Post müssen.

Jetzt über die Weihnachtsfeiertage habe ich mir also vorgenommen, diesen Status endlich zu ändern! Ordnung muss her, damit ich wieder klar denken kann! Und ein paar Dinge müssen einfach endlich gehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man über die Jahre ZEUG anhäuft. Die Ausmist-Saison hat für mich also jetzt begonnen und direkt im Anschluss auch die Optimierung des Arbeitsplatzes.

Statt einem Schreibtisch haben wie nämlich einfach eine OSB-Platte aus dem Baumarkt genommen und diese einfach auf zwei Füße gelegt. Zack, fertig war der Tisch. Nicht. In der Praxis hat sich leider herausgestellt, dass das ganze doch nicht so praktisch ist: Nicht nur, dass beim Nähen das ein oder andere Kleidungsstück an der rauen Kante hängenbleibt, nein, ich habe mir auch schon einige Splitter von der Platte geholt. Entweder muss ich dieses DIY Projekt also noch etwas verbessern oder gleich einen vernünftigen Schreibtisch besorgen. Für die zweite Option habe ich auch schon ein Wunschdesign vor Augen: ein skandinavisch anmutender Holztisch von mycs wäre fein.


Dabei finde ich dieses Modell mit den Rahmenbeinen aus Massivholz richtig schön. Aber auch das Modell auf dem oberen Foto mit den Tischbeinen Nordyc gefällt mir super. Beide Tische sind schön schlicht und minimalistisch, also theoretisch universell einsetzbar, aber ziemlich stylisch. Das Gute ist dabei auch noch, dass die Möbel alle individuell konfigurierbar sind, also garantiert passend für die Zimmergröße, die man eben hat und mit den Details, die man gerne hätte. Dabei werden nur umweltfreundliche Lacke verwendet und Massivholz aus nachhaltiger Produktion eingesetzt. Mehr zu mycs erfahrt ihr hier

Habt ihr schon Erfahrung mit selbst konfigurierten Möbeln gemacht? Und vielleicht auch noch Inspiration für die Einrichtung des Büros? Mein "Bürostuhl" besteht momentan auch nur aus einem alten, eher ungemütlichen Secondhand-Modell, das weder ergonomisch noch besonders chic ist. Mal schauen, ob ich den auch bald upgrade. Wenn ihr jedenfalls Tipps habt, sagt mir gern in den Kommentaren Bescheid. Ich sammle derzeit noch fleißig Inspiration über Pinterest und sortiere gleichzeitig meine Gedanken, um mir bewusst zu werden, was ich wirklich brauche und was eigentlich nicht. :)

In diesem Sinne, ich mache mich jetzt mal ans Ausmisten und hoffe, dass ich 2018 richtig gut organisiert und geordnet arbeiten kann. Ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr! :)

Alles Liebe,
eure Corinna



*in freundlicher Kooperation mit mycs


Vegane Boots für Winter und Matsch



Es ist nun schon etwas über zwei Jahre her, dass ich diesen Post zum Thema Leder veröffentlicht habe. Inhaltlich ist er aber noch sehr aktuell: Lederprodukte sind sowohl aus ethischer als auch ökologischer Sicht höchst kritisch zu betrachten. Wer nochmal nachlesen will, warum ich dieser Meinung bin, gern. Heute soll es aber eher um die Alternativen gehen und wie sinnvoll diese eigentlich sind. :) Denn vegan heißt nicht immer automatisch besser oder schlechter. 


Tatsächlich habe ich mich anfangs gefragt, ob es wirklich nachhaltiger ist, statt dem "natürlichen" Material Leder Kunststoff zu tragen. Wenn man den ethischen Aspekt ausblendet, bleibt also noch die Qualität des Schuhs und die Umweltauswirkungen der jeweiligen Materialien.
Generell ist natürlich jeder Schuh, der schnell kaputt geht und entsorgt werden muss, weniger nachhaltig, also ist es wichtig, dass das Material möglichst robust und widerstandsfähig ist. Hier habe ich schon bei beiden Varianten bessere und schlechtere Erfahrungen gemacht: Wildleder, das sehr empfindlich und pflegebedürftig ist, oder Glattleder, das bei Regen meist auch die Füße nass werden lässt oder mit der Zeit brüchig wird. Ich hatte aber auch schon vegane Schuhe aus Kunststoff, die schnell verschlissen sind, also ist es hier schwer, bei der Qualität Verallgemeinerungen zu machen. Bei meinen neuen Boots Trina von Nae, kann ich allerdings sagen, dass das Material sehr robust ist und superdicht hält, d.h. dass die Füße auch bei größeren Pfützen trocken bleiben. :) Die feste Sohle sorgt zusätzlich für erhöhten Schutz und die Schuhe lassen sich gut reinigen und sind generell schmutzabweisend. 
Zur Umweltbilanz muss man verschiedene Aspekte mitberücksichtigen. Zwar ist Mikrofaser ein synthetisches Material, dafür aber gut zu verarbeiten und im Gegensatz zu Leder weniger umweltschädlich. Das wiederum liegt hauptsächlich an der Verarbeitungsweise von Lederprodukten: Die Tierhaut muss erst aufwändig enthaart, entfleischt, gereinigt und behandelt werden. Bei konventionellen Schuhen werden bei der Gerbung Chromsalze und Aluminiumsalze eingesetzt, die extrem umweltbelastend sind, und meist in den Gewässern landen. Wenn ihr euch für die Details interessiert, kann ich euch nur diese Doku vom ZDF empfehlen. Wer dennoch Lederprodukte vorzieht, sollte zumindest auf die Herkunft sowie Gerbung des Leders achten. Auch hier gibt es Marken, die auf möglichst faire und nachhaltige Herstellung achten.
Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass die vegane Alternative genau so schön und dabei auch noch tier- und umweltfreundlicher ist. Die Schuhe von NAE werden unter fairen Arbeitsbedingungen in Portugal hergestellt.



Pulli: Jan 'n June (fair), Boots: Nae (fair), Socken via Grundstoff.net (fair), Schal, Jacke und Hose: alt bzw. secondhand.


Meine Boots habe ich jedenfalls über den Online Shop muso koroni* gefunden. Das schöne an dem Shop: alles, was dort angeboten wird, ist nicht nur vegan, sondern auch fair und nachhaltig hergestellt. Dabei gibt es eine Menge Auswahl an schönen Schuhen, die so überhaupt nicht "öko" aussehen. Ihr wisst schon, was ich meine...dieser Baumwoll-Hanf-Look kann manchmal auch ganz cool sein, aber bei diesen Stiefeln mag ich gerade den Dr. Martens Anstrich.

Falls ihr nun also auf den Geschmack gekommen seid, schaut einfach mal bei muso koroni vorbei. Neben Schuhen gibt es dort auch noch Kleidung, Accessoires, Kosmetik und Home Produkte - alles ohne tierische Inhaltsstoffe oder Ausbeutung, dafür mit Liebe ausgewählt. :) Der Shop wurde von Jasmin gegründet, die selbst schon seit 2004 Veganerin ist, und in Wien auch den gleichnamigen Store im 8. Bezirk betreibt. Der Name "muso koroni" stammt übrigens von einer afrikanischen Göttin, die als Mutter aller Lebewesen, Tiere und Pflanzen gilt. Wenn ich das nächste Mal in Wien bin, werde ich dort auf jeden Fall mal reinbummeln. :) Und falls ihr etwas bestellen möchtet, bekommt ihr bis 31.12.2017 noch 10% Rabatt, wenn ihr den Code KARMA10 beim Checkout eingebt.

Was sind eure liebsten Winterschuhe und welche Erfahrungen habt ihr bislang mit Leder oder Kunstleder gemacht?

Alles Liebe,
eure Corinna 

*in freundlicher Zusammenarbeit mit muso koroni

Nachhaltige Geschenkideen + Gewinnspiel

Ihr Lieben, Weihnachten naht! Wahrscheinlich seid ihr euch dessen schon bewusst und habt schon literweise zimtigen Glühwein und gebrannte Mandeln konsumiert  - so geht es mir zumindest. Ich mag ja die Weihnachtszeit sehr gern und freue mich über gemütliche Kuschelabende, erste Schneeflocken und Lichterketten. Das Weihnachtsfest an sich habe ich aus meiner Kindheit ebenfalls noch in sehr guter Erinnerung, obwohl ich als (quasi) Erwachsene auch gemischte Gefühle habe. Leider bedeutet Weihnachten heutzutage auch oft Stress bezüglich Terminen, unnötigen Konsum und Geschenke, die man nicht braucht. Oder eben die hektische Suche nach Dingen, die man verschenken könnte, und hoffen, dass der Beschenkte sie auch gebrauchen kann.



Generell bin ich ja ein großer Freund von Zeitgeschenken und gemeinsamen Aktivitäten, da Zeit doch das größte und wertvollste Geschenk ist, das man machen kann. Da das aber faktisch nicht immer umsetzbar ist, habe ich heute einige schöne, nachhaltige Alternativen rausgesucht, die ihr in Betracht ziehen könnt. Und das Beste daran: Ihr könnt sie auch noch selbst gewinnen!

Hinterlasst mir einen Kommentar mit eurem Wunschgeschenk bis zum 15.12.17 und ich ziehe insgesamt 5 Gewinner, die ich in der darauffolgenden Woche auf dem Blog und auf Instagram verkünden werde. Ihr müsst mir dann nur noch rechtzeitig antworten, damit euch die schönen Dinge auch bis Weihnachten erreichen. Ob ihr sie euch dann selbst schenkt oder schon eine Idee habt, wem ihr damit eine Freude machen könnt, bleibt euch natürlich selbst überlassen. :)

50€ Gutschein für Sinfinis, den nachhaltigen Online Shop



Bei Sinfinis findet ihr sowohl wunderschöne Interior Produkte, als auch Fair Fashion Basics, Schmuck und Pflegeprodukte. Quasi alles, was das nachhaltige Herz begehrt! In diesem Beitrag habe ich euch schon mal drei Produkte von Sinfinis vorgestellt: eine Soja-Kerze, eine Bambusschale und eine Tischdecke, alles fair hergestellt. Hier dürfte es leicht sein, etwas Schönes und Nützliches zu finden. Und ihr unterstützt dabei auch noch eine gute Sache, denn die beiden Gründerinnen haben sich erst letztes Jahr dazu entschlossen, sich selbstständig zu machen, um Teil einer nachhaltigen Bewegung zu werden. Sehr sympathisch!


Ein Geschenkset von BE [...] MY FRIEND

Ein kleines, feines Label aus Österreich: Die veganen Kosmetikprodukte von BE ... MY FRIEND werden nachhaltig produziert, enthalten natürliche Rohstoffe und sind vielseitig anwendbar. So ist z.B. die Bodylotion auch gleichzeitig Handcreme, die Seife auch Duschgel und das Peeling mit Steinsalz auch gleichzeitig als Badesalz einsetzbar.  Die Verpackungen sind außerdem nicht nur recycelbar, sondern auch wiederverwendbar. Das gefällt mir. Vom Design ganz zu schweigen :) Als schöne Geschenkidee kannst du hier ein Set aus Seife, Lotion und Lippenbalsam gewinnen - zum selber verwöhnen oder weiter schenken!

Ein paar Sneaker deiner Wahl von Ethletic



Fair produziert, vegan und 100% Bio-Baumwolle - was gibt's da noch für einen Grund, nicht umzusteigen? Ethletic stellt sicher, dass jeder Mitarbeiter für seine Arbeit gerecht entlohnt wird und entwickelt Produkte auf der Basis einer zertifizierten Fairtrade Wertschöpfungskette. FairDeal Trading zahlt für die Verarbeitung einen Fairtrade Aufschlag, der für die Gesundheitsversorgung und für soziale Projekte genutzt wird. Das finde ich großartig! Wenn ihr diesen Gewinn möchtet, dürft ihr euch ein paar Sneaker eurer Wahl in eurer Größe aussuchen.


Stylische T-Shirts von Funktionschnitt im Wert von 50€



Die schönen Shirts von Funktionschnitt sind nicht nur fair produziert, sondern auch in unterschiedlichsten Materialien und Schnitten zu haben: hier ist für jeden das richtige Lieblingsshirt dabei! Das Kölner Unternehmen produziert nachhaltig in Portugal und bietet dabei alles von Bio-Baumwolle über Kaschmir, Leinen über Tencel an, sowohl für Männer als auch Frauen, und ich bin von der Qualität absolut überzeugt. Wenn ihr noch auf der Suche nach einem tollen Basic seid, dürft ihr euch über einen 50€ Gutschein für den Funktionschnitt Online Shop freuen. Hier habe ich die Marke schon mal näher vorgestellt. Ganz neu im Sortiment ist übrigens das schöne olivefarbene Longsleeve mit Highneck. Optimal für den Zwiebellook im Winter und warme Weihnachtsfeiertage.


Hiro Naturkosmetik Set



Kenne ich erst seit Kurzem, aber bin total angetan: die wunderschön designten Kosmetikprodukte von Hiro. Sie sind nicht nur stylisch, sondern eben auch 100% natürlich, vegan und tierversuchsfrei. Tatsächlich werden bei konventionellen Produkten noch sehr häufig tierische Inhaltsstoffe verwendet: von Schildläusen für rote Farbpigmente über Glycerin aus Rindertalg in Cremes oder Fischschuppen in Lidschatten (ich frage mich manchmal, wer kommt auf solche Ideen!?) - bei Hiro ist zum Glück all das tabu. Zu gewinnen gibt es also ein schönes Set aus Mascara nach Wahl, Wimpernzange und 3 gepressten Eyeshadows deiner Wahl, zusammen mit einer hübschen Bag. Da macht das weihnachtliche Aufhübschen gleich doppelt Spaß. 

Noch mehr Inspiration benötigt? Im letzten Jahr habe ich euch auch schon einige fair produzierte und/oder nachhaltige Ideen zusammen gestellt, die natürlich nach wie vor eine feine Sache sind. Nachhaltig=auch im nächsten Jahr noch eine Freude! Einmal hier entlang. 

Ich bin gespannt, was ihr euch am meisten wünscht und drücke euch die Daumen! :-) Am besten schreibt ihr neben eurem Vornamen auch noch euren Ort und wenn ihr habt, IG-Account dazu, damit ich euch auch gratulieren kann. Also z.B. Matilda aus Hamburg, @matildaHH.

Alles Liebe,
eure Corinna


Transparenz: Dieser Post entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit den beschriebenen Firmen.

Wieso man für einen JGA KEIN T-Shirt braucht



Kennt ihr das? Eine liebe Freundin heiratet bald, also werden natürlich alle ganz wuschig: ein Plan für einen aufregenden Junggesellinnenabschied muss her! Auch wenn die Ausführung des Events natürlich jedem selbst überlassen sein soll, sieht man in der Innenstadt besonders am Wochenende Horden von Junggesell(inn)en in passend bedruckten T-Shirts rumlaufen, die gerne auch noch etwas verkaufen wollen. Und ich bin leider der Spielverderber, denn ich finde die T-Shirts dafür: absolut unnötig.
Man trägt sie genau einen Tag lang, keiner findet sie wirklich schön, und danach landen sie als Schrankleiche irgendwo in der hinteren Ecke. Denn wer zieht schon gerne in seiner Freizeit mal ein Shirt mit bedeutungsvollen Sprüchen wie "Team JGA" "Ja, sie will" oder "Game over" an? Richtig, keiner.
Dennoch sind alle Feuer und Flamme dafür, 20€ auszugeben, multipliziert mit zehn bis zwanzig feierfreudigen Personen, für ein Kleidungsstück, das man einmalig trägt. Was man schnell dabei vergisst ist, dass so ein T-Shirt, wie alle andere Kleidungsstücke, erst mal produziert werden muss: Baumwolle wird gepflanzt, bewässert, mit Düngemittel und Pestiziden besprüht, geerntet, gereinigt, gesponnen, gefärbt, gewebt, zugeschnitten, zusammengenäht, von Asien nach Deutschland geschippert und dann zur Krönung noch individuell bedruckt. Der Aufwand, der in so ein Shirt fließt, das man absehbarerweise wenn's hoch kommt 12 Stunden trägt, ist aus ökologischer sowie ethischer Sichtweise einfach absurd. Und ja, in der Regel werden auch hier die billigsten T-Shirts genommen, die irgendwo in Bangladesch oder in Vietnam dafür sorgen, dass jemand für einen Hungerlohn Überstunden in einer dreckigen Fabrik leistet. Das Bewusstsein für diese Tatsache: gleich Null.

Muss es also wirklich sein? Ich denke, es geht auch wunderbar ohne extra bedruckte Shirts für einen Tag. Man kann sich ja auf eine gemeinsame Farbe einigen, wenn man unbedingt der Welt zeigen möchte, dass man zusammen gehört. Was in der Regel unübersehbar ist. Man kann sich auch ein Accessoire basteln, einen Button gestalten oder der Braut selbst im Notfall noch ein T-Shirt bedrucken lassen, bei dem man zumindest auf ein gutes Shirt achtet (bei Grundstoff gibt es z.B. faire Bio-Baumwollshirts unter 15€). Aber selbst davon bin ich kein Fan, denn ganz ehrlich: braucht die Braut das? Freut sie sich wirklich darüber? Wird sie beim Anblick des Shirts jedes Mal in entzückte Erinnerungen verfallen, die sie nicht auch beim Betrachten eines Fotos hätte? Wenn die Antwort auf alle Fragen ja ist, ok.
Aber eigentlich geht es beim Junggesellinnenabschied doch darum, die zukünftige Braut ordentlich zu feiern, zu beglückwünschen und Zeit mit den liebsten Freundinnen zu verbringen. Natürlich soll es ein denkwürdiger Tag oder Abend werden, aber der Druck eines T-Shirts trägt doch recht wenig zum Erfolg des Ganzen bei. Ich bin übrigens ganz froh, dass meine Freunde mich so gut kannten, dass sie wussten, dass ich mich darüber nicht freuen würde. Der Turnbeutel, den ich an dem Tag tragen durfte, verrät nur das Datum und eine Liedzeile, die mir sehr am Herzen liegt. Den trage ich auch so gerne noch.

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr schon ein JGA T-Shirt im Schrank liegen und tragt ihr dieses womöglich noch? Ich bin gespannt.

Alles Liebe, 
eure Corinna

Puristisch, feminin, nachhaltig: AIKYOU Lingerie

Sie haben lange danach Ausschau gehalten, waren aber nie so richtig erfolgreich auf der Suche nach einem perfekten BH für kleine Brüste, der auch noch fair und nachhaltig produziert wurde. Also haben sie beschlossen, sich selbst darum zu kümmern: Gabriele Meinl und Biana Renninger sind die beiden Gründerinnen hinter dem Damen-Unterwäsche Label AIKYOU aus Karlsruhe.


Und ich kann ihre Gedanken gut verstehen, denn in der Tat ist es ein schwieriges Unterfangen. Die meisten Dessous von den gängigen Firmen werden in China, Bangladesch oder sonstwo produziert und bestehen oft zu 100% aus Chemie: Polyester, Polyamid, Polyacryl. Schaut mal auf das kleine Etikett eurer Unterwäsche, damit ihr eine Ahnung habt - schon mal darauf geachtet? Von den Herstellungsbedingungen ganz zu schweigen.
Das wollten die beiden Gründerinnen ändern und haben es selbst in die Hand genommen. Das Ergebnis: wunderbar weiche Bio-Baumwolle, klare Schnitte und sportlich-feminine Styles. Dabei werden die Stoffe in Deutschland hergestellt und in einer Fairtrade Näherei in Kroatien konfektioniert. Ich finde: sorgt für gutes Karma und ist wirklich super angenehm auf der Haut!
Die Kollektion ist dabei klein, aber fein, eben aufs Wesentliche konzentriert. Außerdem gibt es auch noch zwei Modelle mit speziellen Prothesen BHs, die kleine Taschen haben, um Brustprothesen zu integrieren. 

BH Mia und Höschen Coco in rosegrey, beide aus Bio-Baumwolle und mit transparentem Tülleinsatz

Bianca und Gabriele waren so nett, mir ein paar Fragen zu beantworten. Viel Spaß bei dem Interview:

Welche Veränderungen wünscht ihr beiden euch in der Textilindustrie?

Bianca: Am Dringendsten erscheinen uns Schritte weg von der Fast Fashion, also der Herstellung und dem Konsum von immer mehr Kleidung. Besser wäre auch hier „weniger, aber hochwertiger“.

Der Name AIKYOU kommt aus dem Japanischen. Habt ihr eine spezielle Verbindung zu Japan?

Gabriele: Mit Japan verbindet uns ein ästhetisches Interesse an der Konzentration auf das Wesentliche. In einem westlichen Sinne sagen wir gerne, dass wir den „kleinen schwarzen BH“ designen, so wie Coco Chanel einst das Kleine Schwarze kreierte: etwas, das man zu allen Gelegenheiten tragen kann, weil es durch seine Schlichtheit die Persönlichkeit und Ausstrahlung seiner Trägerin in den Vordergrund rückt, dabei aber stets feminin und sexy ist.

Was ist euer beruflicher Hintergrund, kommt ihr aus der Textilindustrie?

Bianca: Wir kommen ursprünglich aus dem Marketing, wollten aber schon lange unseren Herzenswunsch realisieren und endlich die Unterwäsche herstellen, die unserer Meinung nach auf dem Markt fehlt: umweltfreundlich hergestellt und speziell für kleine Brüste, ganz ohne Bügel und Push-ups – denn kleine Busen sind wunderschön, so, wie sie sind.


Wie groß ist euer Team?

Gabriele: Unser Kernteam besteht nach wie vor aus uns beiden, aber ergänzt durch einen festen Stamm an freien Mitarbeitern. So haben wir in allen Bereichen tolle Spezialisten, und doch kann jeder ganz flexibel arbeiten


Wieso habt ihr euch für das Fairtrade und GOTS-Siegel entschieden?

Gabriele: Solche Siegel unterstützen uns natürlich, z.B. in puncto Transparenz. Wir achten aber grundsätzlich darauf, auch darüber hinaus, in allen Bereichen unseres Unternehmens so nachhaltig wie möglich zu arbeiten.


Auch wenn eure Einstellung ist, dass man kleine Brüste nicht „pushen“ muss, gibt es ja doch einige Frauen, die gerne Schalen-BHs tragen. Wäre das für euch keine Option?

Gabriele: Wir haben uns ganz bewusst gegen solche Einlagen entschieden. Denn sobald so ein Padding mit eingenäht wird, kann sich ein BH nicht mehr an die individuelle Brust anpassen. Deshalb haben wir in unserem Konzept diesem Punkt Vorrang gegeben.


Tragt ihr selbst noch andere Marken oder nur noch ausschließlich AIKYOU?

Bianca: Ausschließlich AIKYOU. Wir müssen ja allein schon dauernd unsere Prototypen tragen und testen. ;-)


Ich hoffe, euch hat der kleine Einblick gefallen. Habt ihr euch schon mal Gedanken zu den Materialien oder Produktionsbedingungen eurer Wäsche gemacht? Tatsächlich habe ich selbst auch eine Weile gebraucht, mich näher mit dem Thema nachhaltige Unterwäsche auseinander zu setzen, was mir im Nachhinein aber fast schon absurd erscheint: ist es doch die Unterwäsche, die uns am nächsten kommt und deren Materialien auf unserer Haut absolut wichtig sein sollten. Die Dessous von AIKYOU finde ich wirklich wunderschön und die Stoffe sind absolut angenehm, obwohl ich aus Gewohnheit eigentlich eher BHs mit Schale trage. Ich werde diesen Soft-BH aber in den nächsten Wochen noch öfters tragen und ausprobieren, wie es sich mit verschiedenen Outfits anfühlt.
Falls ihr selbst in den Genuss von AIKYOU Wäsche kommen wollt, schaut einfach mal im Online Shop vorbei. In Stuttgart könnt ihr die feinen Stücke übrigens auch bei Glore oder Greenality finden und vor Ort anprobieren. 


Euch allen eine schöne Woche!
Alles Liebe,
eure Corinna


*in freundlicher Kooperation mit AIKYOU

Cabin in the woods: Urlaub im französischen Jura


Hach, das Leben kann so schön sein! Wir sind zurück aus dem Urlaub und haben die entschleunigten Tage in der Natur wirklich sehr genossen - diese Auszeit war wirklich längst überfällig! Vorab muss ich sagen, dass wir wirklich größtes Glück mit dem Wetter hatten. Es hat nur einen Tag genieselt und den Rest der Zeit war es herrlich sonnig und einfach traumhaft zum Wandern! Hier ein paar Impressionen von euch von der Gegend, die wir besucht haben:



Man muss ja einfach sagen, dass Seen die Lebensqualität ungemein erhöhen, oder? Und davon gibt es im Jura wirklich einige! Wir sind sowohl durch Wälder, an Flüssen entlang, zu kleinen Wasserfällen und um die vier Seen bei Ilay gewandert, als auch um den See von Les Rousses, den ihr jetzt auf diesen Bildern sehen könnt und es war so WUNDERBAR RUHIG!
Zugegeben, es ist auch Nebensaison Anfang November, aber das hat einfach so gut getan. Zusätzlich dazu haben wir, wie im letzten Post schon angekündigt, die letzten paar Nächte auf einer rustikalen Almhütte verbracht. Diese war zwar ohne Strom und warmes Wasser, dafür aber in der malerischsten Natur gelegen und Tobi und ich haben es wirklich sehr gefeiert.


Gegen halb sechs wurde es abends ja schon dunkel und da hieß es dann bei Kerzenschein weiter lesen, kochen oder einfach nur dasitzen und die frische Luft genießen. Ein Traum! Außerdem erdet so eine Unterkunft ohne die ganzen Annehmlichkeiten, die man sonst so hat, unheimlich. Das Handy wurde -wenn überhaupt- nur kurzzeitig angemacht, denn es hieß Akku schonen für den Notfall; Fernseher oder Laptop gab es ohnehin nicht, und das nicht vorhandene Badezimmer haben wir nur begrenzt vermisst. Im tiefsten Winter wäre es vielleicht etwas ärger, wenn man nachts mal aufs Klo und dafür in den Wald stiefeln muss, aber für ein paar Tage kann man es doch ganz gut aushalten.
In der Küche gab es einen Wasserhahn, aus dem (kaltes) Regenwasser kam, das gesammelt wird, und das konnte man sich dann auf dem Ofen warm machen, um Katzenwäsche zu betreiben. Aber zur Not geht es auch mit kaltem Wasser - da wird man auch richtig wach! :D
Insgesamt jedenfalls habe ich die Stimmung auf der Hütte und der Umgebung total geliebt und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir da waren! Wir haben abends sehr lecker gekocht, einen guten Rotwein genossen und den Kamin angemacht. Wenn man so dem laut knisternden Feuer zuhört und sich an den Flammen wärmt, fehlt einem wirklich nichts. 




Morgens hat Tobi dann schnell das Feuer gestartet, denn dann war es doch recht frisch überall, und nach einer Weile konnte man sich dann schon in die Sonne setzen und dort einen heißen Tee oder Kaffee genießen. Übrigens: wenn man nicht mit einem Kamin oder Ofen aufgewachsen ist, muss man das mit dem Feuer Machen erst mal lernen. Diese Holzscheite fangen nämlich nicht so ohne Weiteres an zu brennen!^^ Aber gut, wir sind besser darin geworden. Das Sahnehäubchen der Unterkunft waren für mich dann die beiden lieben Katzen, die dort gewohnt haben, und öfters zum Schmusen vorbei kamen. So muss Urlaub sein.

Die beiden Shirts sowie auch die Mütze sind übrigens fair + nachhaltig produziert von Dedicated

Frühstück mit Aussicht. 
Lac de L'Abbaye

Da wir jetzt also wirklich öfters mal wandern (oder zumindest: länger in der Natur spazieren) gehen, bin ich jedenfalls auf der Suche nach ein paar nachhaltigen, möglichst veganen Wanderschuhen. Ich hab schon eine Weile recherchiert, aber es ist gar kein so leichtes Unterfangen kann ich euch sagen. Wenn jemand Tipps hat, immer her damit! Ansonsten hoffe ich, der kleine Urlaubseinblick hat euch gefallen und wünsche euch eine schöne Woche!

Alles Liebe,
eure Corinna

Zeit für Herbsturlaub


Ein kurzes Hallo kurz vor unserem Herbsturlaub! Gefühlt ist schon bald wieder Weihnachten (also fast), aber die Temperaturen sind immer noch mild, die Sonne verwöhnt uns, das Herbstlaub auf dem Boden weht umher und raschelt. Ich hab das Gefühl dieser Herbst ist der schönste seit wirklich langer Zeit! Oder ist das nur mein persönliches Empfinden?

Morgen jedenfalls geht es für Tobi und mich endlich nochmal in den Urlaub! Die letzten paar Monate waren turbulent und vollgepackt, daher freuen wir uns beide umso mehr, einfach für ein paar Tage zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Wir fahren auf nach Frankreich ins Jura, wo wir ein bisschen wandern gehen, die Natur erkunden und ganz viel Ruhe genießen werden. Besonders freue ich mich auf unsere zweite, rustikale Unterkunft: eine uralte Hütte ohne Strom, WLAN oder fließendes Wasser. Es gibt einen Ofen, für abends Kerzen und ganz viel grün rund herum. Außerdem zwei Katzen und ein paar Kühe in der Umgebung. Klingt traumhaft, oder? Ich werde euch dann davon berichten, wie wir es fanden. :)

Das Kleid auf den Bildern habe ich übrigens aus Kleiderkreisel geschnappt und den Hut im neuen Vintage Markt in Stuttgart entdeckt. Den werdet ihr sicher noch öfter bei mir sehen ;-)


Bis bald!
Eure Corinna

Greenwashing-König H&M verbrennt Neuware


Das ist mal wieder Greenwashing par excellence: H&M schreibt sich groß "Garment Collecting und Recycling" auf die Fahnen, wirbt auf seiner Website mit sozialer und ökologischer Verantwortung und macht dann - genau das Gegenteil.

Schön für H&M, wenn die Kunden sich nicht groß informieren, aber das gute Gefühl haben, dass man sich irgendwie engagiert. Es klingt aber auch alles so gut: H&M Kleidung ist modisch, preiswert, qualitativ hochwertig und auch noch gut für die Umwelt. Denn dafür gibt's ja extra die Conscious Collection und große Recycling Stationen in den H&M Läden - wenn es ausgetragen ist, bringen wir es einfach zurück und H&M recycelt dann einfach alles zu neuen, schönen und kostengünstigen Teilen. Und jeden Freitag Abend tanzen alle Mitarbeiter mit den Produzenten im Kreis und spielen Ringelpiez mit Anfassen.

Die Realität sieht leider so aus, dass ein dänisches Fernsehteam kürzlich berichtet hat, was wirklich passiert: in der dänischen Stadt Roskilde werden schon seit Jahren jedes Jahr ca. 12 Tonnen Kleidung verbrannt. Neuware, teilweise mit Etiketten. H&M Deutschland tut erst mal überrascht und laut Stellungnahme erklärt man dann, es handele sich bei der verbrannten Ware um Mängelexemplare mit Wasserschäden oder zu hohen Schadstoffwerten. Komisch nur, dass die Reporter in ihrer Laboruntersuchung davon nichts feststellen konnten. Und dass 12 Tonnen eine ganze Menge Zeug sind, weshalb H&M a) wirklich schlechte, höchst undichte Lager haben muss bei so viel Schimmelkleidung oder b) wirklich bedenklich viel Stoff verpestet wurde (Nebenfrage: wie kommt es eigentlich dazu? Zu viel Gift in die Farbe gekippt?). Nochmal kurz zum Veranschaulichen: Zwölf.Tonnen. Eine Tonne = 1000 Kilogramm. Mal Zwölf. Jedes Jahr. Auf der Firmenwebsite steht dabei zum Thema Nachhaltigkeit: "Kurzfristig wollen wir verhindern, dass Textilien auf der Mülldeponie landen. Langfristig soll der Textilkreislauf geschlossen werden." Aha, das macht Sinn.

Fast Fashion Riesen wie H&M produzieren in der Regel gigantische Mengen, die sich eben mal besser, mal schlechter verkaufen. Da es aber in der nächsten Saison ganz andere Trends gibt, die an den Mann gebracht werden müssen, wäre es ja eine Option, die Überbestände einfach zu verbrennen - ist wahrscheinlich billiger so. Der absurde Kontrast zwischen Marketing Statements und Realität.

Immer wieder stelle ich mir die Frage, ob es nicht gut ist, dass Konzerne wie H&M sich für "Nachhaltigkeit" einsetzen; sind es doch die Großen, die wirklich etwas in der Industrie verändern könnten. Wenn die Inditex Unternehmen wie Zara, Bershka und Co oder eben H&M langfristig auf Bio-Baumwolle und faire Produktionsbedingungen umstellen würden, wären wir einer besseren Welt schon ein ganzes Stückchen näher*.  Und ich selbst denke mir ja immer, jeder Schritt in die richtige Richtung ist doch ein guter, also auch Baby Steps wie Recycling Programme oder eine Conscious Collection. Dann kommt so ein kleiner Skandal ums Eck und ich denke mir, wir sind eben doch noch sehr weit davon entfernt, dass internationale Großkonzerne die Welt positiv verändern. Leute, lasst euch nicht für dumm verkaufen. Ich bin ziemlich davon überzeugt, wer bei H&M einkauft, unterstützt damit nichts Gutes, Recycling Kampagne hin oder her.


Hier könnt ihr euch das Video vom Sender TV2 anschauen, wenn auch auf dänisch. Die Bilder sprechen trotzdem für sich.


[*abgesehen davon, dass die Bauern von konventionellen Baumwollfeldern dann erst mal arbeitslos wären und es fraglich ist, ob eine wirklich faire Produktion in solchen Mengen überhaupt möglich ist. Aber das ist ein anderes Thema].

Der Preis von billiger Kleidung - ein Insider Bericht



"Ein Dreier Pack T-Shirts kostet 45 Cent, inklusive Lieferung von Asien"


Die meisten von uns haben schon eine dunkle Ahnung davon, wie die Produktionsbedingungen in den Entwicklungsländern aussehen, in denen unsere Kleidung hergestellt wird. Aber hast du dich schon mal gefragt, wie die Preise eigentlich zustande kommen? Nach meinem Artikel über Heidi Klums Kollektion für Lidl hat sich eine Leserin bei mir gemeldet, die die Preisverhandlungen namhafter Unternehmen live mitbekommen hat, denn sie hat dort als Fremdsprachensekretärin gearbeitet. Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen werden die Namen der Firmen, die sie betreut hat, in diesem Artikel zwar nicht genannt, aber ich kann euch versichern, dass ihr alle diese Firmen kennt. 
Hier ist Marias* Geschichte:

"Nach meinem Abschluss als Fremdsprachensekretärin habe ich in der Bekleidungsindustrie gearbeitet. Mein Arbeitgeber-Unternehmen war als Mittelsmann zwischen dem Großkunden in Deutschland und dem Hersteller in Asien tätig. Das heißt, wir haben Kleidung in Asien für andere Unternehmen herstellen lassen. Unsere Kunden waren hauptsächlich große Konzerne, die Billigkleidung in Deutschland verkaufen.

Mein Job dabei war die Preisakquisition. Ich habe eine Anfrage bezüglich eines bestimmten Kleidungsstücks, das produziert werden soll, inklusive aller technischen Daten, erhalten. Diese beinhalteten Angaben zum Material, zum Gewicht des Stoffes, zur Ausrüstung, zu Maßtabellen und natürlich zur Menge. Dazu eine genaue Beschreibung mit Fotos, wie das Kleidungsstück auszusehen hat. All diese Informationen habe ich dann an verschiedene Lieferanten in Asien weitergeleitet, hauptsächlich China und Bangladesch.
Viele der Fabriken dort werden von Deutschen geleitet, auch die einheimischen. Oder es gibt Vermittlungsunternehmen, die die Aufträge an Fabriken weiterleiten, die von Deutschen geleitet werden. Die Preisverhandlungen liefen trotzdem meistens zäh, weil unsere Kunden natürlich den allerbesten Preis für sich rausschlagen wollten. Dabei kommt es denen dann auch nicht auf die Qualität an, sondern lediglich, ob der Preis stimmt.

Zum Verständnis: in den Fabriken, in denen Billigkleidung produziert wird, werden auch hochwertige Marken hergestellt, wie Hugo Boss oder andere. Die Fabriken können also nicht nur billig, sondern auch hochwertiger. Dabei kommt es allerdings auf den Preis an. Je niedriger der Preis, desto minderwertiger war auch das Produkt. Ein Dreier-Pack T-Shirts, in einer Auflage von 350.000 Stück (also rund 1 Million T-Shirts) kostet – wenn es gute Qualität ist – 45 Cent, inklusive Lieferung von Asien nach Deutschland. Eine Skijacke mit hochwertiger Ausrüstung liegt bei 12,00 Euro im Einkauf, Verkauf an den Kunden für 17,00 Euro und Verkauf an die Bevölkerung für 70,00 Euro. Dabei ist auch relevant, in welcher Menge produziert wird: je höher die Anzahl, desto niedriger der Preis. Die Preise musste ich mit dem Großkunden in Deutschland hart diskutieren. Teilweise ging es um 2 Cent.
Wer mit Asien arbeitet, weiß, dass dort die Uhr anders tickt. Es tauchten immer dieselben Probleme auf, hauptsächlich Lieferverzögerungen. Wir hier in Deutschland halten sehr viel von Pünktlichkeit, in Asien sind bestätigte Liefertermine nur Richtwerte. Das sind kulturelle Unterschiede, an die wir Deutschen uns nur schlecht gewöhnen können. Daher sahen wir uns ständig Konventionalstrafen in Millionenhöhe gegenüber, wenn die Lieferung nicht pünktlich kam. In einer Situation ging es um eine Teillieferung, die 5 Tage später ankommen sollte. Die war allerdings noch gar nicht auf dem Weg. Also diskutierten wir mit dem Lieferanten ein paar Möglichkeiten. Eine Sendung via Schiff, die preiswerteste Variante, musste ausgeschlossen werden, da die Kleidung damit nicht rechtzeitig vor Ort gewesen wäre. Also blieb noch die Sendung via Flugzeug. Das war dem Lieferanten aber zu teuer. Eine Sendung mit dem Flugzeug würde umgerechnet 200,00 Euro kosten, beschwerte er sich, das wäre der Lohn eines Nähmädchens der nächsten 5 Jahre. Das hat uns alle schockiert.

Von Zeit zu Zeit wurde unser Unternehmen mit negativer Presse bezüglich der schlechten Bedingungen in den Fabriken konfrontiert. Häufig kamen Beauftragte und besichtigten vor Ort die Unternehmen mit denen wir zusammenarbeiteten. Danach erhielten wir eine „Mängelliste“. Es ging dabei häufig um Kinderarbeit – also die Beschäftigung von Personen unter 16 Jahren. Dies wurde in den Fabriken so gelöst, dass alle unter 16 Jahre zum Zeitpunkt der Besichtigung nicht in der Fabrik erscheinen durften – am nächsten Tag konnten sie natürlich wieder arbeiten gehen.

Aber auch die niedrigen Löhne der ArbeiterInnen sorgte regelmäßig für Probleme. Einmal war es so schlimm, dass mehrere Fabriken in denen wir produzierten, schließen mussten. Das war eine Katastrophe. Nicht nur für uns, sondern auch für die Leute vor Ort. Die NäherInnen werden dort nach Stunden bezahlt und wenn sie nicht arbeiten gehen können, ist das existenzbedrohlich für sie. In den Fabriken, die von Deutschen geleitet wurden, gab es ohnehin schon höhere Löhne als in den anderen Fabriken. Natürlich kann man das nicht mit den hiesigen Verhältnissen vergleichen, das ist ganz unterirdisch, aber man kann da auch nicht einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde einführen. Wer dort so ein Gehalt hat, der ist reich.
Ein anders Mal war geschah es, dass ein Beauftragter feststellte, dass dort über 80 Stunden pro Woche gearbeitet wird. Daraufhin bekamen wir eine Auflage, dass jetzt maximal 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden dürfte. Auch dies hatte katastrophale Auswirkungen: weniger Stunden = weniger Lohn. Wir sahen uns dann dem Problem gegenüber, dass die ganzen Arbeiter abwanderten und in andere Unternehmen gingen. Die Familienstruktur sieht dort schon ganz anders aus. Dort gilt es, teilweise 12 Familienmitglieder durchzubringen. Viele Paare teilen sich die Schichten sogar auf, damit immer ein Elternteil bei den Kindern sein kann. Daher sehen sie auch zu, dass sie so viele Stunden wie möglich machen können. Bei dem niedrigen Lohn scheint das verständlich. Und wenn ein Elternteil krank ist, wird es vom ältesten Kind vertreten.

Manchmal mussten Kollegen von uns nach Asien, um dort die Produktion zu überwachen oder Probleme auszuloten. Sie wurden grundsätzlich sehr freundlich empfangen, teilweise wurden sogar Bespaßungsprogramme aufgeführt. Ich selbst war nicht dort, aber die Berichte der Kollegen habe ich mir angehört. Sie alle erzählten von alten, teilweise bruchreifen Fabrikgebäuden. Es war extrem dreckig und staubig. Ein Kollege sei nur mit Atemschutzmaske herumgelaufen, erzählte er. Die Büros befinden sich häufig in Containern, daher sind die Mitarbeiter dort weniger von den Missständen betroffen.
Die Billigkleidung wird unter sehr harten Bedingungen produziert. In den billigen Stoffen sind hochgradig Schadstoffe enthalten. Einige Großkunden fordern Tests von Instituten an, die die Schadstoffhöhe in den Stoffen messen. Dazu werden Kleidungsstücke in das Labor geschickt und nach ein paar Wochen erhält man einen Bericht, was da alles drin ist und wie hoch gemessen wurde. Diese Tests lassen die wenigsten Billighändler durchführen. Wenn wir einen Test bekommen haben, mit Ergebnissen, die nicht im Rahmen der Vorgaben des Kunden lagen, dann haben wir diese Ergebnisse einfach gefälscht. Es gab eine Kollegin in unserem Büro, die das sehr gut konnte und man den Unterschied nicht mehr sehen konnte. Das waren bei einem Kunden lediglich minimale Abweichungen, bei anderen Kunden aber schon gravierende Daten.

Was ist also die Lösung aus diesem absurden Teufelskreis? Klar, die Firmen sind die bösen, aber letzten Endes regelt die Nachfrage das Angebot. Wenn alle möglichst billig neu einkaufen möchten, gewinnt eben der, der die Preise beim Lieferanten noch ein klein wenig mehr drücken kann als die Konkurrenz. Die Entscheidungsmacht liegt aber beim Kunden. 
Ausschließlich Produktion in Europa unterstützen oder nur noch secondhand? Ist ein Ansatz. Aber meiner Meinung nach muss sich grundlegend an den Strukturen der Textilindustrie etwas ändern. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass nun eben großteils in Asien produziert wird, was aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Die geschaffenen Arbeitsplätze sollten aber eben fair bezahlt werden. Stark versimpelt beinhaltet ein besseres System: weniger Masse, dafür hochwertigere Produkte und diese besser bezahlt. Entsprechend unangekündigte Kontrollen, die auch die Arbeitssicherheit gewährleisten und für einen fairen Lohn sorgen, bei dem die NäherInnen ein menschenwürdiges Leben führen können. Vorbildliche Beispiele von Fair Fashion Firmen gibt es mittlerweile schon einige.

Wie ging es bei Maria weiter und was ist die Konsequenz aus dieser Erfahrung?

Ich habe 3 Jahre in dem Unternehmen gearbeitet. Seitdem trage ich keine Billigkleidung mehr und in bestimmte Läden gehe ich definitiv nicht mehr einkaufen. Vor fair produzierter Kleidung halte ich im Grunde sehr viel. Dennoch ist sie meist sehr teuer und wenige können sich das leisten – selbst wenn sie wollten. Das ist ein großer Nachteil und die Billighändler profitieren davon. Gerade Familien sind immer noch darauf angewiesen, so günstig wie möglich Kleidung zu kaufen. Ein Erwachsener kann sich bestimmt einmal eine gute Jeans für einen höheren Betrag leisten, einfach weil er diese Hose dann auch die nächsten Jahre tragen kann. Kinder brauchen in der Regel zu jedem Wechsel der Jahreszeiten eine komplett neue Ausstattung. Das geht unheimlich ins Geld. Ich hatte selbst eine Zeit lang sehr wenig Geld übrig. Aber weil ich selbst sehr darauf achte, habe ich bis jetzt immer den Großteil unserer Kleidung auf dem Flohmarkt gekauft."

Danke Maria, für diese Einblicke.

Alles Liebe,
eure Corinna



*Name wurde geändert

Slow Fashion Ootd und neue Haare


Tadaaa, hier sind also die ersten Fotos von meiner neuen Frise: einmal kurz und Schwedenblond, bitte! :) Es war einfach schon seit langem Zeit für eine Veränderung und vielleicht hat es der ein oder andere ja auch schon auf Instagram mitbekommen, dass ich meine Haare schneiden wollte. Ich hab dann zwar doch noch ewig gewartet, weil ich hier keinen richtigen "Friseur des Vertrauens" hab, aber letzte Woche hab ich mich dann endlich getraut. Und bin sehr happy mit dem neuen Look. Nur wenn ich mich unerwartet im Spiegel sehe, erschrecke ich mich noch kurz, bis ich merke, dass ich das ja bin, hehe. Ansonsten find ich es super, dass meine Haare jetzt so schnell gekämmt und gewaschen sind und auch die neue Farbe gefällt mir ziemlich gut. Sie haben nur noch einen minimalen Gelbstich, den man auf den Fotos nicht sieht - und den ich auch bald eliminieren werde.


Das letzte Wochenende jedenfalls war super schön: Seit Samstag habe ich Tobi endlich wieder bei mir zuhause, nachdem er ganze zwei Wochen (!) auf Geschäftsreise war, wir haben die Herbstsonne in vollen Zügen genossen und waren viel draußen spazieren. Und ich habe einen neuen Laden in Stuttgart entdeckt, der es mir gleich angetan hat: der Vintage Markt in der Tübinger Straße! Dort gibt es jede Menge feine secondhand Kleidung und sehr Vieles ist wirklich Vintage, also nicht von den üblichen verdächtigen Marken, die man sonst oft findet. Wenn ihr also aus der Gegend seid, schaut da unbedingt mal vorbei.
Ich war am Wochenende jedenfalls dort und habe gleich mehrere Schätze für mich entdeckt, von denen ich euch heute einen vorstelle: meine neue (alte) Mom Jeans aus dickem Jeansmaterial.



 Auch neu bei mir eingezogen: Der Rucksack Re-Kanken von Fjällräven. Ich habe schon seit einer geraumen Weile nach einer neuen Handtasche Ausschau gehalten, die gleich mehrere Kriterien erfüllen sollte: Genügend Platz soll sie haben, aber nicht zu schwer sein. Kein Leder und außerdem nicht zu schick. Den Kanken fand ich schon länger schön, aber ich wusste nicht, dass es auch eine Reihe gibt, die sich nachhaltiger gestaltet: der sogenannte "Re-Kanken" ist aus recycelten PET-Flaschen und das Material wird mit der SpinDye-Technologie gefärbt, die den Verbrauch von Wasser, Energie und Chemikalien laut Website erheblich reduziert. Das fand ich fein und somit ist er jetzt mein neuer, treuer Alltagsbegleiter geworden. 
Fjällräven ist meines Wissens nach zwar keine richtige "Fair Fashion" Marke, aber zumindest sind sie Mitglied der Fair Labor Association und setzen sich als Outdoor-Marke für Natur- und Umweltschutz ein.



Hier nochmal alle Outfit Details: T-Shirt: Merijula (bio+fair), Jacke: secondhand (via Kleiderkreisel), Jeans: secondhand (via Vintage Markt), Schuhe: Vegetarian Shoes (vegan+fair), Rucksack: Fjällräven (recycelt).

Alles Liebe, 
eure Corinna

Herbstgemütlichkeit für ein schönes Zuhause.


Langsam kann man offiziell den Herbst einläuten, oder? Es wird draußen früher dunkel, die Temperaturen fallen auch stetig und es breitet sich bei mir eine behagliche Zeit-für-Tee-und-Kerzen-Stimmung aus. Auch wenn ich generell eher ein Sommerkind bin, liebe ich ja bin ja die verschiedenen Jahreszeiten. Gerade in den Übergangsmonaten feiere ich die Veränderungen sehr und freue mich jetzt auf einen Wechsel der Blätter im Herbst, kuschelige Pullis und Schals sowie gemütliche Abende zu Hause.


Passend zur neuen Saison möchte ich euch ein paar feine neue Interior Produkte zeigen, die gerade bei mir eingezogen sind. Das Schöne ist ja, dass wir mit unserem Kaufverhalten immer eine Stimme abgeben, egal ob es Lebensmittel, Kleidung oder Dekoartikel sind. Das, was wir einkaufen, sendet ein Signal und reguliert durch die Nachfrage auch das Angebot. Daher habe ich mich besonders gefreut, dass mein Artikel über Heidi Klums Lidl Kollektion so gut bei euch ankam (Wahnsinn. Über 30.000 Aufrufe von nur diesem einen Post!), denn das bedeutet wohl, dass sich noch mehr Menschen Gedanken zu den Produktionsbedingungen von Billigprodukten machen. Aber eben auch, dass es IMMER wichtig ist, was wir stattdessen kaufen - egal ob eine Heidi dafür ihr Gesicht hinhält oder nicht! 

Für den Bereich Interior Design möchte ich euch daher einen sehr schönen nachhaltigen Online Shop ans Herz legen, den ich selbst gerade erst entdeckt habe: Sinfinis*. Die beiden Gründerinnen, zwei Mädels namens Leonie und Sonja haben sehr ähnliche Ansichten wie ich, was nachhaltige Produkte angeht: fair produziert soll es sein, aber dennoch schick aussehen. Raus aus der grauen Öko-Ecke, her mit den fairen Produkten, die man guten Gewissens kaufen kann, um die Welt ein klein bisschen besser zu machen, ohne Verzicht auf Design und Style! 
Dabei gibt es die Kategorien Leben & Wohnen, Pflege, Kleidung & Accessoires sowie Baby & Kinder. Über die Leben und Wohnen Kategorie bin ich besonders happy, weil ich finde, dass es davon noch viel zu wenig Angebot in nachhaltig gibt. Ich möchte euch daher drei schöne Produkte aus dem Sinfinis Shop vorstellen, die nun mein Wohnzimmer schmücken und eine super Alternative zu Massenware von Ikea und Co sind. Gerade auch für Geschenkinspirationen (*mal eben für Weihnachten speichern*) finde ich den Shop super geeignet, weil man hier hochwertige Produkte findet, mit denen man eben auch was Gutes unterstützt. Besser als gedankenlos "eine Kleinigkeit" in der Innenstadt zu besorgen, oder?


Über eine Duftkerze von HOBO würde ich mich z.B. immer freuen. Diese gute Stück ist handgefertigt, aus Sojawachs hergestellt und sieht super Hipster-mäßig aus mit seinem minimalistischen Design. Tatsächlich vergisst man schnell dass die meisten Kerzen aus Paraffin, also auf Erdöl-Basis hergestellt werden, was natürlich nicht besonders umweltfreundlich ist. Sojawachs ist eine nachwachsende Alternative, die übrigens auch viel langsamer und kälter abbrennt als herkömmliche Kerzen. Es verbrennt außerdem schadstofffrei und viel sauberer als Wachs auf Paraffinbasis (Die Brenndauer von diesem hübschen Ding ist z.B. ganze 35 Stunden! Das find ich ordentlich.). Noch dazu wird die Kerze in der EU produziert und duftet ganz wunderbar.


Die dekorative Bambusschale von EKOBO ist auch ein neuer Favorit von mir, ebenfalls handgemacht und wunderbar geeignet, um Nüsse oder auch Müsli drin zu servieren. Sie ist ein Fair-trade Produkt und besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Gibt es übrigens auch in klein oder groß, z.B. als Salatschüssel, und in verschiedenen Farben. Die graue würde mir auch sehr gefallen und ist mal im Hinterkopf gespeichert, für alle Fälle. :)


Last, but not least: Das schöne Tischtuch Fouta von karawan authentic, das aus 100% GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle besteht, und eigentlich als Handtuch fürs Hammam deklariert ist. Naja, kann man sicher auch machen, aber ich finde es macht sich eigentlich hervorragend als Tischläufer auf unserem Eichentisch, oder?  Ich nehme das aber auch gern als Reminder, dass ich schon immer mal ins Hammam wollte, und das auch mal auf der to-do Liste stehen bleiben darf. Bis dahin verziert es aber weiterhin unseren Tisch und sorgt für Gemütlichkeit im Wohnzimmer.



Na, wie gefallen euch meine neuen Errungenschaften?
Ich würde mich freuen, wenn ihr mal bei Sinfinis vorbeischaut und dort vielleicht auch fündig werdet.  Ab 55€ ist der Versand übrigens kostenfrei und verschickt wird, wenn immer möglich, in recycelten Verpackungen, damit auch hier möglichst wenig Müll entsteht.

Alles Liebe,
eure Corinna


*in freundlicher Kooperation mit Sinfinis.

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