simple + clean fair fashion look


Juhu, der Frühling ist daaa! In Stuttgart ist er zumindest angekommen! :D
Die Sonne tut unheimlich gut und ich feiere es auch sehr, dass es jeden Tag ein bisschen wärmer wird. Wir verbringen also fast jede freie Minute an der frischen Luft, werkeln an unserem kleinen Gärtchen rum oder gehen in den Weinbergen ein bisschen spazieren. Herrlich!

Mit den wärmeren Temperaturen habe ich heute nochmal ein bisschen Outfit Inspiration für euch.
Die Hemdbluse aus luftig leichtem Lyocell ist von Armed Angels, über die ich hier schon mal ausführlicher berichtet habe. Lyocell ist eine regenerative Faser, die aus Eukalyptusholz gewonnen wird und sehr weich und angenehm auf der Haut ist - perfekt also für den Frühling oder Sommer! Wusstet ihr übrigens, dass es Armed Angels als eine der wenigen Fair Fashion Marken auch im "konventionellen" Einzelhandel zu kaufen gibt? Meine Bluse habe ich z.B. bei Peek & Cloppenburg gefunden, die auch einen Online Shop mit kostenlosem Versand und Rückversand haben. Besonders praktisch finde ich, dass man die Abholung und Rückgabe auch in der Filiale machen kann, so dass man sich den Gang zur Post sparen kann, wenn man zum Beispiel eh in der Fußgängerzone ist.
Ich persönlich finde es eine sehr gute Entwicklung, wenn es mehr faire Mode auch im Einzelhandel gibt, weil dann eben auch Menschen erreicht werden, die sich vielleicht noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Vielleicht kauft sogar jemand "aus Versehen" fair ein, wenn sie beim Shoppen zufällig etwas sehen, was ihnen gefällt, und unterstützen somit den positiven Wandel der Modeindustrie. Finde ich einen schönen Gedanken und hoffe daher, dass es bald noch mehr faire Marken bei Peek & Cloppenburg geben wird.


Hemdbluse: Armed Angels (fair produziert), Mom Jeans + Gürtel: Vintagemarkt, Schuhe: Vegetarian Shoes (fair + vegan)


Natürlich würde ich trotzdem empfehlen, mit Verstand einzukaufen und möglichst bewusst konsumieren, denn jedes Kleidungsstück, egal ob fair oder nicht, verbraucht natürlich Ressourcen. Am nachhaltigsten ist es also, seine Kleidung möglichst lange zu tragen, Kleidertauschparties zu organisieren oder auch mal secondhand zu schauen. Wenn es aber leichter wird, fair produzierte Mode aus ökologischen Materialien zu finden, ist das ein guter Schritt in die richtige Richtung. So oft habe ich schon gehört, dass es bei Freunden oder Lesern keine Fair Fashion Läden in der Stadt gibt, sie nicht gern alles online bestellen oder die Hürde einfach zu hoch sind. Wenn Eco-Fashion salonfähig wird und die Regel statt die Ausnahme, sind wir einer fairen Welt schon ein gutes Stück näher. :) 

In diesem Sinne, habt eine schöne sonnige Woche und bis bald!

Alles Liebe,
eure Corinna

*in freundlicher Kooperation mit Peek & Cloppenburg

Gekündigt ohne neuen Job - und jetzt?


So, da bin ich nun in meiner allerletzten Woche als Angestellte. Ich kann euch sagen, es ist schon ein verrücktes Gefühl. Aber auch ein sehr gutes. Mir brummt gerade der Kopf von so vielen kleinen Dingen, die es noch zu erledigen gibt: unfertige Projekte übergeben, Schreibtisch und Büroschränke aufräumen, meinen Abschied planen, Handynummer überall ändern und das neue Handy einrichten...aber hey, ab nächster Woche geht ein neuer Lebensabschnitt für mich los - und es fühlt sich sehr, sehr gut an!

Aber erst mal ein paar Schritte zurück, wie ich überhaupt hier gelandet bin. 
Ich bin jetzt seit ziemlich genau fünf Jahren beim gleichen Arbeitgeber gewesen und es war eine durchaus turbulente Zeit. Zwar hab ich auch vor und während dem Studium immer nebenher gearbeitet, Praktika gemacht und etwas Geld dazu verdient. Aber es war mein erster richtiger Job. Und rückblickend kann ich sagen: ich bin sehr glücklich gewesen. Ich war bei einem mittelständischen Unternehmen, das nachhaltige Produkte herstellt, und habe dort nicht nur ein sehr nettes Team, sondern auch Freunde fürs Leben gefunden. Über die letzten Jahre habe ich in drei verschiedenen Positionen gearbeitet, viel dazu gelernt und viel erlebt. Wie das aber eben manchmal so ist, es wird irgendwann Zeit für was Neues.
In den letzten fünf Jahren hatte sich auch im Unternehmen viel verändert, einige lieb gewonnene Freunde sind weitergezogen (schließlich ist man heutzutage ja alle zwei Jahre quasi schon auf der Suche nach der nächsten Herausforderung) und es hat sich einfach viel getan. Nicht nur, dass es durch Umstrukturierungen und Veränderungen gefühlt immer stressiger wurde was die Arbeitsbelastung anging, sondern auch, dass ich innerlich langsam unruhig wurde und bereit für etwas Anderes. Zwar war der Ausgleich mit dem Blog immer ein schöner Gegenpol zur Büroarbeit, aber zeitweise hatte ich auch das Gefühl, dass ich hier gern viel mehr tun würde, aber einfach nicht dazu komme; zu ausgelastet bin und abends nie die Zeit dafür finde. Nachdem sowohl der Wunsch nach mehr Freizeit als auch nach Selbstverwirklichung immer lauter wurde, habe ich mich entschieden, einen Antrag auf Teilzeit einzureichen - leider abgelehnt.
Also schaute ich mich nebenher noch nach anderen Teilzeitstellen um, bewarb mich auf verschiedene Positionen, aber eigentlich muss ich sagen, dass ich nie so das Wahre gefunden habe. Wichtig ist für mich, dass ich mit meiner Zeit hier etwas Sinnvolles anstelle und alles in mir sträubt sich dagegen, in einem Unternehmen zu arbeiten, dessen Produkte ich ethisch und moralisch nicht vertretbar finde. Die keinen besonderen Mehrwert liefern. Und die die Welt nicht verbessern, sondern verschlechtern - und davon gibt es wirklich leider genug Firmen. XD

Wenn ich ehrlich zu mir bin, hab ich schon länger mit dem Gedanken gespielt mich selbstständig zu machen, aber irgendwie erschien es mir doch recht scary. Wo bleibt da die Sicherheit? Wie bezahl ich dann meine Miete und was, wenn es mal nicht so läuft? Andererseits bin ich gerade an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich es einfach mal probieren kann. Ich habe über die letzten Jahre ein bisschen was gespart und wenn man mal realistisch ist und es hinten und vorne nicht reicht, könnte ich ja immer noch im Notfall irgendeinen Job annehmen, um meinen Lebensunterhalt zu sichern. Ich meine, wenn man etwas wirklich will und sich mit ganzem Herzen für etwas einsetzt, dann klappt das doch auch, oder? Und lesen wir nicht immer davon, man solle raus aus seiner Komfortzone, sich etwas trauen, einfach mal mutig sein. Einfach mal machen.

Die ersten Reaktionen waren eher ernüchternd. "Bist du verrückt geworden?", fragt meine Schwester. "Warum willst du denn einfach kündigen, ohne etwas Neues zu haben?? Du kannst dich doch jetzt erst mal aus dem Anstellungsverhältnis raus bewerben!" Ja, das wäre wohl das Vernünftigste. Aber irgendwie auch das Halbherzigste. Ich war nicht mehr glücklich in der aktuellen Situation - einerseits innerlich so bereit für einen neuen Schritt, andererseits ausgelaugt von diesem vollen Terminplan, der Arbeitsroutine und dem Wunsch nach Veränderung. Und ich denke schon seit letztem Sommer darüber nach, WIE genau mein Weg eigentlich weitergehen soll.

Also habe ich es einfach gemacht, an einem verregneten, kalten Dezembertag: die Kündigung für meinen sicheren, unbefristeten Job eingereicht und bin wie durch Watte nach Hause gegangen. Was für ein verrücktes Gefühl! In meinen Ohren die Kopfhörer, auf denen laut Rolf Zuckowskis Kinderlied spielt "Ich schaff das schon. Ich schaff das schon. Ich schaff das ganz alleine. Ich komm bestimmt, ich komm bestimmt auch wieder auf die Beine." 

Mittlerweile reifen meine Pläne für die Zukunft immer weiter und obwohl die letzten drei Monate besonders anstrengend waren, bin ich mir sicher, dass es für mich die richtige Entscheidung war. Mein Plan ist: ich werde mich selbstständig machen und selbst etwas gründen, auf das ich stolz sein kann. 
Es gibt durchaus noch sehr viel für mich zu lernen. Erst mal muss ich mich durch diesen Bürokratiedschungel kämpfen, den man in Deutschland so zu bewältigen hat. Dann werde ich mir ein paar Tage Auszeit gönnen und neue Kraft tanken, um meine Gedanken sortieren. Und dann geht es auch schon los in einen neuen Lebensabschnitt, dem ich voller Aufregung und Vorfreude entgegenblicke. Auf jeden Fall schlägt mein Herz dann etwas schneller.

Da ich selbst noch ganz Anfang meiner Selbstständigkeit stehe, will ich meine (halbgaren) Pläne noch nicht so rausposaunen, ich hoffe ihr versteht das. :) Aber wenn ich soweit bin, werde ich euch natürlich sehr gern einweihen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Monaten immer mal wieder ein paar Updates posten kann und bis dahin auch wieder etwas aktiver auf dem Blog sein werde. Über Erfahrungen, hilfreiche Bücher oder Blogs zu dem Thema freue ich mich natürlich auch!

In diesem Sinne, einfach mal machen und für euch wunderbare Ostern!

Alles Liebe,
eure Corinna

Gutes Karma: vegane Sneakers von be free


Ihr Lieben, erst vor Kurzem habe ich euch von den Problemen der konventionellen Leder-Schuhproduktion berichtet (hier geht's nochmal zum Artikel). Heute habe ich die Ehre, euch eine wunderbare, nachhaltige Alternative genauer vorzustellen, die definitiv für gutes Karma sorgt: Das junge Start-up Label be free* wurde erst im letzten Jahr gegründet und produziert vegane Sneakers in Portugal. Das Coole daran: nicht nur die Schuhe werden in Europa produziert, nein, alle Materialien kommen auch noch aus Europa, was für kurze Transportwege und so weniger Emissionen sorgt. Außerdem haben die drei Freunde auf möglichst umweltfreundliche und nachhaltige Materialien gesetzt. So bestehen z.B. die Schnürsenkel aus Tencel (also Cellulose, basierend auf dem nachwachsenden Rohstoff Holz), die Latexsohle besteht zu 30% aus recyceltem Gummi und das antibakterielle Wechselfußbett ist aus einem atmungsaktiven Material, das man bei Bedarf einfach austauschen kann. Auch der verwendete Kleber ist ohne tierische Inhaltsstoffe und somit vegan. 

Die Gründer von be free sind drei Freunde aus Rheinland Pfalz: Philipp und Paul sind Schuhdesigner, die es selbst besser machen wollten als die großen Betriebe. Zusammen mit Sarah, die auch aus der Schuhindustrie kommt, haben sie über 30 Jahre Berufserfahrung in der Schuhbranche und haben sich entschieden, selbst ein Unternehmen zu gründen. Sie haben eine Produktionsstätte in Portugal gefunden, welche sie auch selbst besucht haben, in der die schönen, zeitlosen Sneaker nun in einer traditionellen Schuhmanufaktur unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Momentan gibt es zwei verschiedene Modelle (low cut und high cut) und vier verschiedene Farben. Dass die lässigen Schuhe super bequem sind versteht sich fast von selbst oder? ;-) Übrigens sind die Modelle unisex, also ist sowohl für Frauen als auch für Männer was dabei.
Ich persönlich mag es ja am liebsten bequem und sportlich. Hohe Schuhe sind bei mir eher die absolute Ausnahme, denn auch wenn Absätze vielleicht ein schönes Bein machen, ist mir der Tragekomfort tausend mal wichtiger. Wenn ich als Gast auf einer Hochzeit bin, ist das höchste der Gefühle 3-4 Stunden High Heels zum Kleid, bevor ich dann wieder in Sneakers oder Flip Flops wechsle, um ausgiebig tanzen zu können. Wer ist noch Team Sneakers? :D





Ich trage übrigens das Modell Luna High Cut in dark grey. Der Rest des Outfits ist eine Mischung secondhand und fair produziert: den Cardigan habe ich über Kleiderkreisel geschnappt, das T-Shirt ist von American Apparel (fair), die Jeans von einer Kleidertauschparty und die retro Socken sind von Dedicated (fair + bio) und das Karo-Hemd aus einem secondhand Shop.

Übrigens darf ich euch schon verraten, dass das be free Team derzeit fleißig an weiteren Modellen arbeitet: für den Sommer wird es ein Sondermodell geben, auf das ich schon sehr gespannt bin, und momentan wird auch an einem nachhaltigen Hausschuh-Modell mit recyceltem Filz aus PET Flaschen getüftelt. Im Winter diesen Jahres soll dann auch ein Winterboot mit in die Kollektion genommen werden. Wenn ihr also auf dem Laufenden bleiben wollt, schaut doch mal auf der Facebook Seite oder dem Instagram Profil vorbei, wo die neuen Modelle dann verkündet werden.

Na, wie gefallen euch die be free Sneaker? :) Von mir gibt es schon mal 100 Karmapunkte.

Alles Liebe,
eure Corinna

Eco interior Design: Neues von Sinfinis und Finni

Draußen ist es eisekalt, man sieht beim Spazierengehen den Atem aufsteigen und neben einer heißen Tasse Kakao wünsche ich mir mittlerweile eigentlich schon so sehr den Frühling herbei. Ich will endlich meine Terrasse bepflanzen, die alte rostige Sitzbank weiß streichen, draußen picknicken und drinnen frühlingshaft dekorieren! Na gut, der letzte Teil ist zumindest schon mal vorsichtig angestoßen. Ist ja schließlich schon Mitte Februar.
Diese wunderschöne Couchdecke ist vor Kurzem bei uns eingezogen und ich bin super happy mit dem schönen, fair produzierten Stück aus recycelter Baumwolle. Schon als ich im September zum ersten Mal mit dem nachhaltigen Online Shop Sinfinis* zusammengearbeitet habe, ist mir die Marke Finarte ins Auge gesprungen und ich hab mich gleich in diesen wunderschönen Teppich-Print verliebt, der von Hand per Siebdruck-Verfahren angebracht wird. Jetzt gibt es diesen Teppich auch als Decke und ich kam nicht umhin, sie mir gleich zu bestellen. :) 
Das Modell nennt sich Aitta und wird aus recycelter, ungefärbter Baumwolle hergestellt, die dann in Indien von Hand bedruckt wird. Das Material ist eher fest und robust, was ich super finde, weil ich mich jetzt schon darauf freue, sie bald als Picknickdecke umzufunktionieren. :D Bis dahin erfreut sich aber auch Finni aus vollem Herzen daran:


Sehr richtig, Finni. Falls ihr es noch nicht über Instagram und meine 5789 Stories über sie mitbekommen habt: wir haben seit Kurzem eine neue, zauberhafte Mitbewohnerin namens Finni! Die Samtpfote kommt aus dem Tierheim, ist etwa 3 Jahre alt und ein richtiger Schmusetiger, der jedes unserer Zimmer mit seinem Dasein verschönert. Ich bin ja durch und durch Katzenmensch (wobei ich alle Tiere liebe) und bin überglücklich, dass ich endlich unseren Vermieter und auch meinen Mann überzeugen konnte. Wobei letzterer mittlerweile genauso angetan ist von Finni und abends regelmäßig mit ihr zusammen auf der Couch einschläft. So ein wohliges Schnurren wirkt aber auch einfach beruhigend. Und sie macht sich wirklich super - wir müssen ihr nur noch das nächtliche Miauen abgewöhnen, das sie seit ein paar Tagen vor der geschlossenen Schlafzimmertüre angefangen hat. Ansonsten ist sie schon richtig zutraulich, begrüßt uns fröhlich gurrend, rollt sich auf dem Stuhl neben mir oder auch gern direkt auf mir zusammen und jagt ihrer kleinen Spielzeug-Angel mit dem Seilchen hinterher, als gäbe es kein Morgen mehr. Gern hätten wir uns übrigens gleich zwei Katzen mitgenommen, damit sie einen pelzigen Spielgefährten hat, aber Finni ist eher der Typ Prinzessin. Sie verträgt sich nicht mit anderen Katzen und möchte ihren Platz auf der Couch lieber für sich alleine haben.




Die neue Decke findet sie übrigens fabelhaft. Überraschend.


Wir kommen aber auch ganz gut zu zweit damit klar: Finni drauf, ich drunter, und dadurch, dass es ein fester, grober Stoff ist, kommen ihre Krallen beim wohligen Treteln auch nicht so leicht durch wie bei dem plüschigen Ding, das wir schon seit Jahren haben. Und ich muss sagen, dass ich den Preis von 38€ für eine fair produzierte Decke aus recyceltem Material überaus gut finde. Schon öfter hab ich mit dem Gedanken gespielt, eine schöne Couchdecke aus fairem Handel zu kaufen, aber die kosten schnell über 100€ und viele sind mit Wolle, was ich nicht unbedingt möchte. Da kann man also hier nix sagen oder? :) 
Ein Hoch jedenfalls auf einen meiner liebsten nachhaltigen Onlineshops Sinfinis, den ich übrigens auch schon mal im Herbst in diesem Interior Post vorgestellt habe. Momentan gibt es dort schon wieder ganz viele wunderschöne faire Produkte, die Lust Frühling machen. Besonders diese Kategorie hat es mir angetan. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass man sich den Samstagsstress in der Innenstadt sparen kann, der mich schon letzte Woche fast in den Wahnsinn getrieben hat, bleibe ich doch einfach mit Finni auf der Couch und browse noch ein bisschen.




Neben fair gehandelten Produkten aus den Bereichen Leben & Wohnen gibt es bei Sinfinis übrigens auch Pflegeprodukte, Schmuck und Fair Fashion Stücken für Frauen, Männer und Babies. Alles dabei also. Eure Lieferung ist ab 55€ versandkostenfrei und die Retouren sind auch kostenlos. Wenn ihr nun Lust bekommen habt, darf ich euch noch einen Rabattcode anbieten, mit dem ihr 15% auf das ganze Sortiment spart. Bei der Bestellung einfach den Code FairliebtMitKissenundKarma als Gutschein eingeben und darauf achten, dass das blaue Feld mit dem Häkchen angeklickt wird, damit der Rabatt abgezogen wird. Ich wünsch euch viel Spaß beim Stöbern! :)


Alles Liebe,
eure Corinna


*in freundlicher Kooperation mit Sinfinis! Vielen Dank für die Zusammenarbeit.
**vielen Dank auch an Finni, die sich wunderbar als Modell geschlagen hat und nun neben unseren Zuhause auch noch diesen Blog verschönert.

Meet Zündstoff: ein Fair Fashion Online Shop


Generell vermeide ich es, samstags in die Innenstadt zu fahren. Und das aus gutem Grund: man muss sich dann nämlich durch die kaufwütigen Menschenmassen kämpfen, die sich mal mehr, mal weniger zielstrebig durch die Fußgängerzone oder Einkaufszentren Stuttgarts schieben und ihre voll gepackten Tüten, Kinderwägen, plärrenden iPhones und Plastik-To-Go-Becher mit sich rum tragen. Eigentlich weiß ich das schon und doch passiert es immer mal wieder, dass ich was erledigen muss und mir denke, ach, das machst du kurz, auch wenn es Samstag ist. Nach spätestens einer Stunde, die ich in überfüllten Bahnen, Geschäften oder Einkaufsstraßen verbracht habe, bin ich dann eigentlich immer schon wieder fertig mit der Welt und frage mich, was ich da überhaupt mache. Und was zum Teufel diese ganzen Menschen dazu bewegt, sich diesen Stress anzutun. Dann will ich nur noch eins: wieder ab nach Hause, in meine behagliche kleine Welt, mit einem Buch und der schnurrenden Katze auf die Couch und gut. 

Oft werde ich gefragt, wo ich denn meine Kleidung eigentlich kaufe, seitdem ich auf nachhaltige Mode umgestiegen bin. Immer häufiger: von genau dieser Couch aus. Heute möchte ich euch, ergänzend zu der Übersicht, die ich schon vor einer ganzen Weile erstellt habe, einen fairen Online Shop vorstellen, den ich selbst erst vor Kurzem entdeckt habe und der eine Lösung für all die ist, die genau den Wahnsinn oben vermeiden möchten. Ein kleine nachhaltige Oase namens Zündstoff.

Der Shop wurde schon im Jahr 2006 in Freiburg gegründet und ist somit ein echter Vorreiter im nachhaltigen Bereich. Mit dem Ziel, ein Zeichen zu setzen gegen die inflationäre Entwicklung von billiger Wegwerfmode und stattdessen soziale Gerechtigkeit, Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards zu fördern, wurde der Shop für modische, öko-faire Kleidung ins Leben gerufen. Zwei Jahre später eröffneten die beiden Gründer Matze und Sascha neben dem Online-Shop auch noch einen stationären Laden im schönen Freiburg (den ich leider bisher noch nicht besucht habe; aber ich bin mir fast sicher, dass es dort angenehmer zugeht als in der Stuttgarter City). Mittlerweile besteht das Zündstoff Team aus sieben Festangestellten und vier Aushilfskräften, von denen ich zwei Mitarbeiter auch schon persönlich kennenlernen durfte. So mag ich das. Persönlicher Austausch und sympathische Menschen, die die Welt verbessern. Für das letzte Fotoshooting habe ich mir das Peopletree Kleid Harper Stipe von Zündstoff ausgesucht, das durch den lockeren Sitz wirklich super bequem ist und, wie ich finde, ziemlich zeitlos und für viele Anlässe tragbar ist.





Streifenkleid: Peopletree (bio + fair), Cardigan: Vintage, Strumpfhose: Swedish Stockings (recycelt + fair), Socken: Dedicated (bio + fair), Schuhe: Vegetarian Shoes (fair)


Außerdem habe ich noch ein paar frühlingshafte Lieblingsstücke aus dem Zündstoff Shop rausgesucht. Wäre da was für euch dabei?

1 KOI Cropped Tencel Shirt
2 Armed angels Streifenrock
3 Ansvar Rucksack
4 John W. Shoes
5 KOI Oversized Kleid
6 Létol Schal
7 KOI Jeansrock

Alles Liebe, 
eure Corinna


Alle Outfit-Fotos sind von der wunderbaren Julia Pommerenke.

*in freundlicher Zusammenarbeit mit Zündstoff.

Fair produzierte Schuhe? Die Probleme der Lederindustrie


Nach einer kleinen Blogpause bin ich zurück von einigen aufregenden Tagen unterwegs. Am Montag kam ich aus Frankfurt von der Innatex wieder, die größte internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien, die neben Kleidung auch Produktgruppen wie Accessoires, Heimtextil, Stoffe oder Spielzeug präsentiert.
Alle dort ausstellenden Marken haben einen Fokus auf Nachhaltigkeit und erfüllen die festgelegten Mindestkriterien der Innatex. Sie setzen sich also alle für eine grünere Welt ein und haben dabei unterschiedlichste Ansätze. Das Schöne aber: eine faire Produktion der Produkte ist allen Ausstellern  wichtig. Gerne gebe ich euch in einem anderen Post noch ein paar Eindrücke für die, die meine Stories auf Instagram verpasst haben (psst: in der mobilen Ansicht könnt ihr sie noch in meinen Highlights anschauen :)).
Fokus der Messe in dieser Saison war das Thema Schuhe. Ein recht heikles Thema, denn jeder trägt sie, aber die wenigsten sind sich über die Auswirkungen bewusst, wenn sie ein konventionell produziertes Schuhe kaufen. 


Die größten Probleme bei der (Leder-)Schuhproduktion sind:

  1. Umweltauswirkungen durch Viehhaltung und Gerbereien  
  2. Gesundheitsrisiken durch giftige Chemikalien im Gerbprozess
  3. Missachtung von Menschenrechten in der Produktion

Um die Missstände zu verstehen, sollten wir uns die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Lederindustrie etwas genauer anschauen. Am Beispiel von Indien hat uns die Hilfsorganisation INKOTA auf der Innatex einige Fakten präsentiert, die leider bittere Realität sind: Die Lederindustrie ist eine der arbeitsintensivsten Branchen des Landes mit über 2 Millionen Beschäftigten, die vor allem in Kleinbetrieben arbeiten. Die Chromgerbung ist dabei das am häufigsten angewandte Verfahren, um Tierhäute zu Leder zu verarbeiten.  Pflanzliche Gerbung dauert mehrere Tage, während die chemische mit Hilfe von Chrom nur Stunden in Anspruch nimmt. Nichtsdestotrotz ist das Gerben ein arbeitsintensiver Prozess, der bis zu 20 verschiedene Stufen benötigt: vom Entfernen der Tierhaare und Fleischreste, bis zum Salzen, Behandeln der Häute mit Schwefelwasserstoff, Chrom und anderen Chemikalien.
Die am meisten verarbeiteten Tierhäute stammen übrigens von Rindern, aber auch Schafe, Ziegen, Schweine und exotische Tierarten werden verwendet. Neben den moralischen Faktoren ist auch die Viehhaltung an sich ein enormes umweltschädigendes Problem: Schätzungen des französischen Vereins “Envol Vert” zufolge ist die Rinderhaltung zum Zweck der Fleisch- und Lederproduktion zu 65% für die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes verantwortlich.^1 
Für die Verarbeitung von 1000kg Rohhäuten wird ca. 500kg chemische Substanz benötigt und es entsteht jede Menge Abwasser sowie etwa 600-900kg (!) Abfall wie z.B. Fleisch- und Lederreste, welche dann mit Chemikalien belastet sind. Das Problem ist, dass in Entwicklungsländern häufig nicht die benötigten Sicherheitsvorkehrungen für die Menschen eingehalten werden und auch die Abfälle sowie das verseuchte Abwasser illegal entsorgt werden. Das Chrom sowie andere toxische Chemikalien landet dadurch oft in Flüssen, Gewässern und die Reste werden in Form von Klärschlamm teilweise sogar als Düngemittel verwendet, wodurch sie die Böden und Wasservorräte in der Umgebung der Gerbereien vergiften. Studien von Inkota zufolge gelangt das gefährliche Chrom IV in die Umwelt und sorgt für jahrzehntelange Verseuchung des Bodens. Der Umweltaspekt ist also die eine unschöne Kehrseite der hiesigen Lederprodukte.
Der nächste ist, dass die Menschen, die die härteste Arbeit am unteren Ende der Lieferkette leisten, am stärksten ausgebeutet werden: Nicht nur, dass sie selbst hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind (es wurde schon mehrfach nachgewiesen, dass GerberInnen sowie Anwohner aus der Nähe von Gerbereien erheblich höhere Krankheitsrisiken wie Leukämie oder Krebs sowie höhere Sterberaten aufweisen), nein, sie erhalten oft auch noch extrem niedrige Löhne, werden mit Stück- statt mit Stundenlohn bezahlt, um maximale Produktivität zu erzwingen, und haben dabei überdurchschnittliche lange Arbeitszeiten. Kinderarbeit und das (inoffizielle) Verbot von Gewerkschaften runden die Misere ab. 

Alles in allem jedenfalls keine erfreuliche Bilanz, weder für Mensch, Tier noch Umwelt. Die ernüchternde Realität in den Produktionsländern ist leider nicht mehr präsent, wenn man das schicke paar Lederschuhe oder die glänzende Handtasche in den deutschen Geschäften sieht.

Was man also dagegen tun kann?


  • Wenn ihr absolut nicht auf Lederprodukte verzichten wollt, informiert euch zu den Herstellungsbedingungen, zur Herkunft des Leders und ob der Hersteller dazu überhaupt eine Aussage machen kann. Und nein, das Leder aus Italien kommt in den allermeisten Fällen nicht von italienischen Kühen, sondern wird in der Regel aus Niedriglohnländern importiert und dann in Italien weiterverarbeitet. Im Jahr 2014 wurden über 50% der Lederschuhe aus Asien importiert (mit großem Abstand übrigens aus China), während nur etwa 5% in Italien hergestellt wurden. ^1 (hier entlang für noch mehr Details).
  • Generell gilt: Ein pflanzlicher Gerbprozess ist generell umweltfreundlicher als ein chemischer.
  • Und: ein veganer Schuh hat meist die bessere Umweltbilanz, besonders, wenn er nicht aus Kunststoff, sondern alternativen Materialien wie z.B. Ananasleder, Kork, Hanf, (Bio-)Baumwolle oder upgecycelten Materialien besteht. Es gibt schon einige spannende Alternativen und ich freue mich schon auf die Weiterentwicklungen, an denen momentan geforscht wird. 
  • Egal ob Leder- oder pflanzenbasierter oder Kunststoff-Schuh: je länger er getragen wird, desto nachhaltiger ist es. Bringt kaputte Schuhe oder abgelaufene Sohlen daher zum Schuster, lasst sie reparieren und tragt sie so lange wie möglich, um Ressourcen zu schonen.


Hier sind einige tolle Marken, die einen Fokus auf ethische und faire Herstellung oder den Einsatz von umwelt-, menschen- und tierschonenden Materialien einsetzen - und dabei auch noch richtig cool aussehen: Ethletic, Be Free, NAE, Veja, Wills Vegan Shoes, Sole Rebels, oder Po-Zu. Alle sieben Marken haben vegane Modelle in ihrem Sortiment (oder sind rein vegan) und achten auf eine faire Produktion.




Alles Liebe,

eure Corinna


Inkota: https://webshop.inkota.de/produkt/broschuere-download/infografik-wussten-sie-dass-eine-kuh-ihrem-schuh-ist 
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