Der Traum vom eigenen Modelabel - wie ich Gründerin wurde


Hätte man mir vor fünf Jahren gesagt, dass ich heute Gründerin eines nachhaltigen Dessouslabels bin - ich hätte es nicht geglaubt. Es scheint mir auch immer noch etwas surreal, wenn ich über das letzte Jahr nachdenke. Aber ich bin mir ganz sicher, dass es die richtige Entscheidung war, diesen Weg zu gehen und mein Glück zu versuchen.
Die Idee spukte schon etwas länger in meinem Kopf herum, aber anfangs war ich noch nicht so sicher, dass ich mich tatsächlich trauen würde. Dann fiel mir durch eine liebe Freundin ein Motivationsbuch in die Hände, das mir den nötigen Anstoß gegeben hat. Wenn nicht jetzt, wann dann? Und warum sollte man nicht mal etwas wagen, wenn das Herz bei dem Gedanken schneller schlägt und der Bauch sagt, tu es!?

Ich hatte diese Vision von femininer, umweltfreundlicher Wäsche, die die Welt ein bisschen besser macht. Die etwas verändert, weil sie für faire Arbeitsbedingungen sorgt und die Modebranche verbessert, aber trotzdem einen Fokus auf schönem Design hat. Und da ich nicht wirklich das gefunden habe, was ich suchte, seit ich auf Fair Fashion umgestiegen bin, habe ich mich selbst daran gemacht.
Rückblickend ging es alles irgendwie recht schnell. Nachdem die Entscheidung gefällt war, dass ich es probieren möchte, stand nur noch die Frage aus, wie ich es angehe. Am sichersten wäre es ja, noch einen Teilzeitjob zu haben und nebenher zu gründen. Also Mut gesammelt, Antrag beim Arbeitgeber gestellt und - abgelehnt. Dadurch hieß es für mich ziemlich schnell ganz oder gar nicht. Nach einigen Gesprächen mit anderen Gründern und Selbstständigen, und auch nach etwas Recherche, was alles auf mich zukommen würde, war eigentlich klar: wenn, dann ganz. Und das habe ich nie bereut.

Es gibt erst mal so viel zu lernen, wenn man ein Modelabel gründen möchte. Nicht nur fachlich, da ich keinen klassischen "Textilhintergrund" habe, sondern eigentlich BWL und Marketing studiert habe, sondern auch ganzheitlich gibt es als Start-Up unfassbar viele kleine Hürden zu nehmen und täglich Neues zu lernen. Natürlich kommt es auch darauf an, was genau man will und was eigentlich das Ziel ist: Ob man jetzt nebenher T-Shirts bedruckt, im kleinen Rahmen selbst etwas näht, oder ob man versucht, seinen Lebensunterhalt langfristig mit dem neuen Unternehmen zu bestreiten und die komplette Produktion, von Sourcing der Materialien und Schnitterstellung über Herstellung und Auslieferung, übernehmen will, macht natürlich schon einen großen Unterschied. Aber auch von Gründern, die im "kleinen Stil" eine Marke aufbauen, habe ich gehört, dass ganz schön viel harte Arbeit dahinter steckt - und das glaub ich sofort!

Was die Gründung an sich angeht, ist Deutschland ein ganz schöner Bürokratiedschungel. Ich habe mich von diversen Stellen beraten lassen, was anfangs mehr Fragen als Antworten aufwarf. Aber im Großen und Ganzen hat mich natürlich schon jede Beratung jeweils immer einen Schritt weitergebracht. Es gibt einige offizielle Anlaufstellen, die ich besucht habe: Sowohl bei der IHK als auch der Agentur für Arbeit, aber auch bei der Stadt Stuttgart im Gründerbüro gibt es kostenfreie oder sehr günstige Beratungsleistungen, die einen am Anfang weiterhelfen. Denn ich wusste vor lauter to dos eigentlich gar nicht, wo ich eigentlich anfangen soll. Zudem gibt es von Steinbeis und der RKW Gründungsberatungen, die vom Land bzw. der EU bezuschusst werden, und bei der Erstellung des Businessplans aber auch diversen anderen Problemen helfen. Das habe ich am Ende wahrgenommen und bin sehr froh darüber, weil dadurch zum Einen wertvolle Kontakte entstanden sind, und zum Anderen die Idee nochmal von Experten unter die Lupe genommen wurde. Ich fand den Gedanken hilfreich, sich mit jemandem auszutauschen, der tagtäglich mit Gründern zu tun hat und auch bei der Realisierbarkeit der Idee zur Seite steht. Die Beratung steht und fällt natürlich mit der Person, die dir gegenüber sitzt, weshalb es absolut wichtig ist, dass man auf einer Wellenlänge ist und gut miteinander kann. Hier habe ich mit insgesamt vier verschiedenen Beratern gesprochen, um den für mich richtigen zu finden.

Dann gibt es natürlich noch weitere Förderungen, die aber immer sehr spezifisch von deiner Idee abhängen. Die Start-Up Welt wimmelt von potenziellen Fördermöglichkeiten, aber das Problem ist, dass sie alle unterschiedliche Kriterien haben, unter denen man sich bewerben darf - und die Garantie, dass man sie bekommt, hat man natürlich nie. Daher muss man sich gut überlegen, wo man seine kostbarsten Ressourcen, Zeit und Energie, eigentlich rein investiert.
So gibt es z.B. Exi-Gutscheine, bei denen innovative Ideen bis zu 2500€ oder auch unter bestimmten Bedingungen 10000€ gefördert werden - aber wenn man das Kleingedruckte liest, muss man dafür ganz schön viele Kriterien erfüllen. Oft gelten solche Förderungen insbesondere für Tech-Unternehmen oder Innovationen, die so noch nie da gewesen sind und mit diversen Dokumenten belegt werden müssen. Hach, kein Spaß sag ich euch.
Weiterhin gibt es natürlich auch immer wieder Wettbewerbe, bei denen man mitmachen kann und seine Idee pitchen kann - hilfreich um Bekanntheit zu erlangen, Connections zu machen und manchmal eben auch um Geld zu bekommen. Aber auch hierfür muss man sich natürlich wieder vorab bewerben, vorbereiten, auf die Bühne trauen und überlegen, ob sich der Aufwand lohnt. Ein paar Pitches habe ich auch mitgemacht und ich glaube, dass man bei jedem ein kleines bisschen besser wird und was dazulernt. Aber die Aufregung davor ist nach wie vor die gleiche.

Neben den klassischen Fördermöglichkeiten für Start Ups gibt es noch weitere Institutionen, die hilfreich sein können. Ich habe mich zum Beispiel im Social Impact Lab beworben, welches es in sechs Städten in Deutschland gibt, und ein Stipendiumprogramm für angehende Sozialunternehmer anbietet. Das Stipendium besteht aus einem Co-Working Space, den man sich mit anderen Gründern teilt und den ich als super wertvoll empfand, als auch Workshops und Weiterbildungen für Start-Ups, die mich weitergebracht haben. Das Ding am Gründen ist ja, dass man viele Höhen und Tiefen durchlebt und es nie ein konstantes Stimmungshoch ist. Zumindest war es bei mir so. Gerade weil man sich am Anfang mit so Vielem auseinander setzen muss, was man noch nie gemacht hat (inklusive dem Administrativen Teil, der wohl den wenigsten große Freude bereitet), habe ich viele Rückschläge erlebt und auch Motivationslöcher gehabt. Da hilft es enorm, sich mit anderen Gründern auszutauschen und zu sehen, dass es einem nicht alleine so geht!

Dann habe ich mir Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen und vermehrt Start-Up und Business Zeitschriften gelesen. Es gibt schon viele Ressourcen, auch zum Thema Modelabel gründen, aber ganz speziell zum Thema Wäsche bzw. Dessous habe ich leider wenig gefunden. Was aber klar war: ich brauchte die Schnitte, die Materialien und eine Produktion. Und so ging die Recherche weiter. Ich bin zu verschiedenen Messen gefahren, habe gemerkt, dass ich noch ziemlich wenig Ahnung hab und wie groß die Hürden am Anfang sind. Von Mindestbestellmengen von 1000 Meter Stoff (überlegt mal, wie viele Höschen das ergibt! ;-)) über ein Fachjargon, das ich nicht beherrschte und mich dementsprechend verunsicherte. Jede Branche bringt ja so ihre Eigenheiten mit sich und ich hatte schnell das Gefühl, gerade BHs sind so eine Wissenschaft für sich. Ich hatte mir vorher noch nie konkrete Gedanken über die Elastizität eines Unterbrustgummis gemacht oder den Abstand der Haken und Ösen bei einem BH-Verschluss. Die ersten Gespräche mit potentiellen Lieferanten verliefen entsprechend holprig und ich fühlte mich wie der größte Blindgänger auf den ersten Fachmessen.
Aber gut, es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, daher sagte ich mir Augen zu und durch. Jedes Gespräch, auch wenn ich mich danach erst mal ganz schön dumm und unerfahren fühlte, brachte mich weiter. Und mittlerweile habe ich von jedem BH- und Slipeinzelteil diverse verschiedene Musterstücke in meinem Büro liegen und kenne mich schon ein gutes Stück besser aus - probieren geht über studieren. :D

Nebenher habe ich mir dann immer wieder Gedanken über die Marke gemacht. Wie soll die erste Kollektion aussehen, was sind die wichtigsten Werte, wie will ich kommunizieren? Was ist der perfekte Name? Allein diese Frage hat mich viele, viele Stunden und schlaflose Nächte gekostet. Ich habe so viele Namen im Kopf durchgespielt, Freunde befragt, Möglichkeiten probiert - und am Ende auf mein Bauchgefühl gehört und so ist es "Coco Malou" geworden. Es sollte einen persönlichen Bezug haben (Coco abgeleitet von meinem eigenen Vornamen Corinna) und schön klingen (Malou ist die Kurzform von dem französischen Mädchennamen Marie-Louise), aber nicht zu einschränkend sein. In möglichst vielen Sprachen gleich und leicht aussprechbar sein und irgendwie hängen bleiben. Ein bisschen Französisch klingen, denn der Name soll sich ja im Design auch wiederfinden.  Und so kam ich dann auf Coco Malou. :)



Während ich das so schreibe, merke ich, wie viel mehr es noch zu erzählen gibt. Von der Finanzierungsfrage über die ersten Prototypen, der Website, dem Crowdfunding, Fotoshooting und der Vertriebsstrategie. Damit es euch nicht gleich erschlägt, belasse ich es jetzt dabei und schreibe in den nächsten Wochen und Monaten einen weiteren Teil, wie es sich bei mir entwickelt hat. Ich freu mich jedenfalls, dass ihr dabei seid und meine Reise als Gründerin begleitet!

Alles Liebe,
eure Corinna




Zwischen Zypressen und Palmen in Lana



Einmal Tiefenentspannung in Italien, bitte! So ungefähr lautete unser Wunsch und er sollte in Erfüllung gehen. Anfang November haben wir drei wunderschöne Tage in dem kleinen idyllischen Örtchen Lana verbracht und aufgrund des eher durchwachsenen Wetters besonders intensiv den Spa- und Wellnessbereich kennengelernt. Aber auch bei Regen und Nebel haben wir es uns nicht nehmen lassen, die Gegend zu erkunden. Das kleine Nest Lana liegt eingebettet zwischen den Bergen im schönen Südtirol nur wenige Kilometer von Meran entfernt und ist dabei ein kleiner Geheimtipp! Denn es ist noch weniger touristisch, aber sicherlich mindestens so idyllisch wie sein bekannterer Nachbarort, den wir auch an einem der Tage besucht haben.

Das Besondere an Lana ist die gelungene Mischung aus italienischem Flair mit seinen alten Gebäuden, mediterraner Natur und tollen Unterkünften, die wirklich keinen Wunsch unerfüllt lassen. Wir durften im Hotel Schwarzschmied übernachten und waren begeistert von den kulinarischen Highlights. Nicht nur, dass es abends immer eine kreative vegane Variante bei dem dreigängigen à la Carte Menü gab; auch das reichhaltige Salatbuffet am Abend und das umfangreiche Frühstücksbuffet am Morgen lässt vegetarische oder vegane Herzen höher schlagen. Besonders das Brot hat es mir angetan - innen wunderbar fluffig, außen knusprig, und die Auswahl von Nuss- über Körnerbrot, Dinkel- oder Emmerbrötchen, lässt mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammenlaufen. SO lecker sag ich euch! Außerdem gab es zum Frühstück nicht nur frisch gepressten Orangensaft, vier verschiedene Pflanzenmilchsorten, Porridge oder selbstgemachten Hummus, sondern auch die Möglichkeit, Gemüse frisch zu entsaften. Natürlich auch mit Äpfeln direkt aus der Region, wofür Lana so bekannt ist. 
Diesen Teil fand ich übrigens besonders schön an Lana. Es ist umgeben von Weinbergen, aber auch unendlichen Apfelbaumwiesen. Zudem wächst in der Region so ziemlich alles von Feigen über Mispeln, Oliven, Birnen und sogar Granatäpfeln. Ein wahres Pflanzenparadies!




Aber zurück zum Hotel Schwarzschmied: Gleich nach unserer Ankunft haben wir uns erst mal eine entspannende Ganzkörpermassage im hoteleigenen Spa-Bereich gegönnt, um die lange Anreise wieder zu vergessen. Danach haben wir gleich die beiden Pools erkundet. Auch bei Regen ist der Außenpool wunderbar, vielleicht sogar noch schöner als bei Sonne. In den dampfenden Whirlpool eintauchen und die Nasen in den Nieselregen halten, während es langsam dunkel wird - unvergesslich.
Anschließend haben wir noch den Saunabereich erkundet und uns dann auf zum Dinner gemacht. Ein guter Start jedenfalls.







Am zweiten Tag unseres Urlaubs haben wir auf einem der Waalwege in Halbhöhenlage die Umgebung von Lana erkundet und trotz etwas Regen die tolle Natur direkt vor der Haustür genossen. Es gibt in fußläufiger Distanz auch Sessellifte auf die Berge ringsum, allerdings waren diese in unserer Urlaubswoche leider aufgrund des Unwetters geschlossen bzw. nicht empfohlen zu erklimmen. Schade zwar, aber auch so gab es eine tolle Aussicht für uns, an Palmen und Zypressen vorbei, durch Weinberge und Obstwiesen.
Außerdem sind wir noch zum Falschauer Biotop von Lana spaziert. Wunderbar ruhig dort und die türkise Wasserfarbe war einmalig schön.


An Tag zwei waren wir dann sportlich aktiv: Morgens findet immer eine Yogastunde im Schwarzschmied statt, welche wirklich toll war. Außerdem konnte man sich im Hotel kostenlos Räder ausleihen, was wir gleich mal getan haben. Sehr empfehlenswert: mit dem Fahrrad von Lana nach Meran düsen! Die Strecke ist in einer guten halben Stunden einfach zu erreichen, man fährt an den Apfelbaumwiesen und dann am Fluss entlang und kann ganz gemütlich ohne große Steigung radeln. Dort kann man sich mit köstlicher Pizza Marinara belohnen, etwas durch die Geschäfte und Feinkostläden bummeln oder einfach nur durch die malerische Landschaft spazieren.

Am dritten Tag war das Wetter leider wieder regnerischer, weshalb wir uns für einen ausgedehnten Spa-Tag entschieden haben. Im Vier-Sterne-Resort Alpiana kann man nämlich auch als Tagesgast den Sauna- und Wellness-Bereich nutzen und so haben wir es uns dort gut gehen lassen. Einfach mal die Zeit anhalten, Muskeln entspannen, neue Kraft tanken. Im Alpiana kann man von ganz oben aus der Panorama Sauna die Aussicht auf die Berge genießen und den Nebelschwaden am Vorbeiziehen zusehen. Entspannung, hallo!


Insgesamt hatten wir eine wunderschöne Zeit in Süditrol und sind uns sicher, dass das nicht das letzte Mal war, dass wir in Lana waren! Ob zum entspannen, wandern, Rad fahren, Natur erkunden oder zum köstlich essen gehen - hier ist alles drin und wir freuen uns schon auf die nächste Auszeit in Lana. Dann auch mit Bergwanderung, Sonnenschein und allem.

Alles Liebe,
eure Corinna


Transparenz: Pressereise. Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Lana entstanden.

Let's live clean in this plastic world!


Auf Instagram posten alle über #zerowaste und #plasticfree. Und ich liebe die ganzen Unverpackt-Bilder, die mir in meinem Feed angezeigt werde!
Aber während es in manchen Bereichen mit ein bisschen Mühe auch gut umsetzbar ist (zum Beispiel beim Thema Lebensmittel), ist es anderen in echt schwer bis eher unrealistisch umzusetzen - vor allen Dingen wenn man die große Masse betrachtet. Einer dieser Bereiche ist Reinigungsmittel.

Zwar gibt es schon die Möglichkeit, sein eigenes Waschmittel herzustellen und dabei weitestgehend auf Plastik zu verzichten, aber dafür muss man erst mal Zeit und Muße haben. Versteht mich nicht falsch, ich ziehe meinen Hut vor allen, die das tatsächlich umsetzen, aber ich komme da einfach nicht dazu, und würde es auch sicher nicht schaffen, mein Spülmittel, Glas- und Bodenreiniger, Backofenspray usw. alles selbst herzustellen. Muss auch nicht sein. Aber was man tun kann ist, sparsam zu dosieren und nach möglichst umweltfreundlichen Alternativen zu schauen. Denn sowohl die Inhaltsstoffe machen einen großen Unterschied bei den verschiedenen Anbietern, als auch die Verpackung an sich.


Bei Ecover bestehen alle Produkte aus pflanzenbasierten, biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen, was schon mal super wichtig ist. Wusstest du, dass die meisten konventionellen Reinigungsmittel im Gegensatz dazu auf Erdöl basieren? Auch die Abbaubarkeit ist leider nur bis zu einem gewissen Grenzwert vorgeschrieben - und der Rest gelangt dann leider in unser Abwassersystem.
Der zweite Punkt ist die Flasche an sich. Das Thema Verpackung und Plastik ist ein ziemlich umfangreiches, denn es gibt hier zum einen den Rohstoff, aus dem der Kunststoff hergestellt wird (pflanzenbasiert, recycelt oder erdölbasiert) und zum anderen die Entsorgung, die beachtet werden sollte: kann es recycelt werden, ist es biologisch abbaubar oder kann es nur verbrannt werden? Dabei schließt der Rohstoff (pflanzenbasiert oder erdölbasiert) keine der drei Möglichkeiten per se aus, was das Ganze relativ komplex macht.

Zu diesem Thema durfte ich letzte Woche, zusammen mit Ecover, sisterMAG und einer Gruppe von anderen lieben Bloggern nach Berlin reisen und ganz tief ins Thema eintauchen. Wir haben im ersten Rubbish-Café Berlins mitgebrachtes Plastik direkt vor Ort schreddern und dann auch recyceln dürfen : aus alten Joghurtbechern, Spülmittel-Flaschen und ähnlichem wurde dann zum Beispiel eine Wäscheklammer - danke an die Kunststoffschmiede, die uns das schön gezeigt haben!
Anschließend sind wir dann ins Sister Mag Loft gelaufen und haben zusammen mit Vertretern von Cradle to Cradle, dem grünen Punkt, Ecover und dm disktuiert, wie die Zukunft von Plastik aussehen sollte. Wie wir das Bewusstsein für unseren stetig wachsenden Verbrauch schärfen können und welchen Ausweg es aus der Misere gibt.
Wusstest du z.B., dass in der EU jedes Jahr 60 Millionen (!) Tonnen Neukunststoff produziert werden, aber nur etwa 3 Millionen recycelt werden?
Ein großes Problem ist, dass viele Produkte von vornherein falsch konzipiert sind. Eingefärbter Kunststoff zum Beispiel ist viel schwerer zu recyceln als durchsichtiger. Manche Produkte bestehen aus unterschiedlichen Typen von Plastik, die gar nicht mehr auseinander genommen werden können, und daher immer verbrannt werden müssen.

Was kannst du also tun?

  • Möglichst große Verpackungseinheiten kaufen
  • Deine Produkte so oft es geht nachfüllen
  • Beim Kauf auf möglichst nachhaltige Verpackungen achten. Wenn Plastik, dann am besten recycelbares. Biologisch abbaubares Plastik darfst du z.B. meist nicht im Biomüll entsorgen, sondern nur auf deinem eigenen Kompost, wenn vorhanden. Die Ecover Spülmittel-Flaschenkörper sind z.B. aus 100% recyceltem Kunststoff und auch wieder recycelbar.
  • Nach dem Benutzen den Müll trennen und richtig entsorgen: Bei Joghurtbechern z.B. unbedingt den Deckel abziehen, da das unterschiedliche Wertstoffe sind, die sonst nicht von den Sortiermaschinen beim Grünen Punkt erkannt und getrennt werden können
  • Wenn du Kleidung aus Kunstfasern oder Mischgeweben wäschst, am besten in einen Wäschebeutel wie den GuppyFriend geben - der fängt die Mikroplastikpartikel auf, bevor sie ins Abwasser gelangen können!
  • Beim Obst- und Gemüseeinkauf den Mehrweg-Beutel nicht vergessen ;-) Statt Plastiktüten gibt es z.B. tolle wieder verwendbare Obst-und Gemüsenetze aus Bio-Baumwolle, die unnötiges Plastik ganz einsparen. 
  • No-Brainer: Nie ohne Jutebeutel aus dem Haus; ist klar, nech?  








Vielen Dank an Ecover und sisterMAG für das spannende Event!

Alles Liebe,
eure Corinna

Fotocredit: Timo Roth für sisterMAG

Dieser Post entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Ecover und sisterMAG. Vielen Dank!


Stylische Fair Fashion Marken - meine Favoriten


Es gibt mittlerweile ja echt schon eine ganz gute Auswahl an Eco-Brands, die fair produzieren lassen und nachhaltige Materialien verwenden. Wenn ihr durch meinen Blog scrollt, findet ihr in der Kategorie Fair Fashion schon einige Beispiele. Ganz unten verlinke ich euch gern auch noch einige Fair Fashion Shops, in denen ihr fündig werdet.

Um aber etwas mehr Übersicht hineinzubringen, mache ich euch heute ein Liste meine liebsten Fair Fashion Brands, die ich so über die letzten Jahre für mich entdeckt habe. Natürlich ist das keine finale Liste und es gibt noch sehr viel umfangreichere Guides (wie z.B. den von DariaDaira oder Justine Kept Calm and Went Vegan), aber hier kommen meine persönlichen Empfehlungen.


Casual bis elegant:

Jan 'n June: das Hamburger Label setzt auf eher wenig Muster, dafür raffinierte Schnitte. Hip, minimalistisch, besonders. Hat sich zum Ziel gesetzt, eco Fashion aus der Öko-Ecke zu holen und stattdessen mit Style zu überzeugen.

Suite 13, Thinking Mu, Studio Jux gehören alle drei zu meinen Favorites. Hier findet man einige stylische Schnitte, von oversized cardigans über Jumpsuits und high-waisted Culottes. Love!

Jyoti-fair works: tolles Label, das nicht nur fair + bio produziert, sondern auch noch eigene Nähereien hat und mit viel Liebe zum Detail arbeitet. Meine liebste high-waisted (Leinen-)Hose ist von Jyoti- so leicht und bequem! Die Farben sind eher natürlich und klassisch und die handgefärbten Stoffe sind einfach ein Traum.

Kings of Indigo: Angefangen im Denim Bereich, bietet KOI nun immer mehr coole Teile für obenrum: Shirts und Pullover, aber auch Röcke, die stylisch bis retro aussehen.

Junglefolk: Lässige und zeitlose Schnitte

Lovjoi: Hier gefallen mir besonders die Jacken und Blousons

Eher sportlich:

Dedicated: das schwedische Label macht schöne, oft minimalistische Prints und das auf T-Shirts, Hemden, Cappies, aber auch Socken und Hoodies. Mag ich sehr gern und hat einen schönen lässigen Look, oft Hipster. Streetstyle, sportlich, skatermäßig.

Bleed: ist ein bekanntes deutsches Label, das aus der Surfer-Ecke kommt. Sportliche Schnitte, auch viele Outdoor-Modelle (Jacken, Rucksäcke) und einige coole Accessoires wie Geldbeutel aus Kork.

Funktionschnitt: die Marke für Shirts in allen möglichen Schnitten und Materialien. Hochwertig und schlicht, meist unifarben, manche Shirts mit Twist wie Mini Rollkragen, oversized fit oder minimalem Aufdruck. Mein Lieblings-Leinenshirt ist von FS.

TwoThirds: ich mag die Shirts und auch die Strickpullis sehr gern, allerdings sind viele Teile noch nicht produziert, sondern können quasi vorbestellt werden, sodass ihr hier etwas geduldig sein müsst :) Bei den Wollprodukten find ich die Herkunftsangaben leider zu vage.

Eyd-Clothing: schöne Basics und eine vor allem eine wunderschöne Mission- die Kleidungsstücke werden in Indien von Frauen mit einer schweren Vergangenheit genäht, denen so eine bessere Zukunft ermöglicht wird.



Die Klassiker bzw. Pioniere in der fairen Szene:

Armed Angels: Wahrscheinlich eine der bekanntesten fairen Marken. Sowohl sportlich als auch mädchenhaft, chic bis verspielt: Armed Angels hat Einiges zu bieten und das zu generell eher niedrigen Preisen für eine Fair Fashion Marke. Auch hier mag ich nicht alle Prints, aber es sind auch immer wieder sehr schicke Teile dabei: oft gefallen mir die Pullover, Blusen, Cardigans und Accessoires wie Schal und Mützen.

Peopletree: Bekannt für seine taillierten Kleider, viele süße Prints, einiges mit Rüschen, britisch, farbenfroh. Von der Kleid- und Rocklänge her nicht ganz so meins, aber ich hab schon öfter ein paar zeitlose Stücke gefunden, die mir sehr gefallen (z.B. mein Streifenkleid mit den aufgesetzten Taschen, karierte High-waisted Hose oder oversized T-Shirts)

Wunderwerk: Hochwertige, edle Materialien, eher klassische Schnitte, haben aber auch einige Trend-Teile im Sortiment. Die Prints sind oft wieder nicht ganz mein Geschmack, aber die unifarbenen Stücke, von Mänteln über Strickwaren, sind sehr schön geschnitten. Tendenziell etwas höherpreisig.






Wo du das alles kaufen kannst? Entweder natürlich direkt über die Onlineshops der Marken oder (Vieles davon) über die folgenden Händler.


Faire Online Shops:

Avocadostore: hat das wahrscheinlich breiteste Sortiment, allerdings muss man sich hier auch durch die Marken wurschteln, die eben manchmal auch etwas "öko" aussehen. :) Kleiner Nachteil außerdem: die Versandkosten müssen oft einzeln gezahlt werden, wenn man von unterschiedlichen Marken bestellt, die nicht im Avocado Lager vorrätig sind. Dafür hat man die wahrscheinlich beste Auswahl.

Sinfinis: ein sehr schönes, kuratiertes Sortiment an Schmuck, stylischen Interior Produkten und einigen Fair Fashion Brands

Loveco: toller, veganer Fair Fashion Shop, der in Berlin gerade seinen dritten Store vor Ort eröffnet hat - und übrigens eine ganz liebe Besitzerin hat :)

Glore

Greenality

und einige weitere...


Abschließend bleibt vielleicht noch zu sagen, dass ich bei den meisten der genannten Marken eben auch eine Weile schauen muss, aber eigentlich immer etwas finde, was mir gefällt. Also ich würde sagen wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg und ich freu mich, dass du auf der Suche bist!

Liebst,
eure Corinna

Fair Fashion Label aus Stuttgart: Eyd Clothing


Vielleicht kennt ihr sie schon, vielleicht aber auch noch nicht und es wird höchste Zeit! Heute möchte ich euch ein wunderbares kleines Label aus Stuttgart vorstellen, das ich auch schon persönlich kennenlernen durfte, denn sie sitzen quasi ganz bei mir ums Eck. Und bei so viel Leidenschaft und sozialem Engagement hab ich mich gleich verliebt in die Macher und natürlich auch die schönen Stücke von eyd-clothing. Die Marke setzt sich für eine bessere Welt ein und das Akronym eyd steht für "empower your dressmaker". Denn genau das machen sie: empowern.

Die Näherinnen von eyd sind ehemalige Zwangsprostituierte, die nun in einer Werkstatt in Indien eine neue Zukunft erleben. Durch eyd haben sie eine Ausbildung bekommen, eine fair bezahlte Arbeit und sowie tägliche Betreuung zur Verarbeitung ihrer Erlebnisse. Sie haben nun einen sicheren Job und nähen Kleidung, die aus nachhaltigen Materialien, wie dieses Kleid aus Bio-Baumwolle, besteht. Das klingt fast zu gut um wahr zu sein. Auf jeden Fall hat die Gründerin Nathalie, zusammen mit ihrem Team sowohl in Deutschland als auch in Indien, etwas Großartiges geschaffen, was mindestens 100 Karmapunkte verdient hat, oder was meint ihr? 


Kleid Neela von eyd-clothing, fair und bio, Sneakers: vegetarian shoes.
Übrigens gibt es nicht nur schöne Basics für Frauen, sondern auch einige fesche Männerteile im Sortiment. Wenn ihr als Bedarf habt, oder auch eine Geschenkidee sucht, kann ich euch dieses Label nur wärmstens ans Herz legen.

Liebe Grüße,
eure Corinna


Transparenz: Das Kleid wurde mir für das Shooting zur Verfügung gestellt. 

Slow Fashion Guide - hallo, Conscious Closet!


Zwar ist es hier in den letzten Wochen etwas stiller gewesen, aber ich bin noch da! :) Und werkele an verschiedenen spannenden Projekten (vom Hauptprojekt habe ich euch ja hier schon erzählt), fülle meinen Insta-Account mehr oder weniger regelmäßig und arbeite mit großartigen Mädels zusammen, für so wunderbare Unterfangen wie z.B. den Conscious Closet Guide.

Zusammen mit 14 kreativen Köpfen habe ich an einem e-book für einen bewussteren Kleiderschrank gearbeitet: the Conscious Closet Guide! Und hier ist er jetzt! Ein Guide mit Tipps und Tricks, Empfehlungen und persönlichen Favorites so wie jeder Menge Hintergrundwissen und Inspiration. Wir freuen uns, wenn du den Guide durchblätterst und vielleicht sogar an deine beste Freundin weiterleitest. Denn hier geht es nicht um Belehrungen, sondern einfach Erfahrungen und Tipps zu Slow Fashion von diesen lovely ladies. Und das Beste ist: es kostet dich keinen Cent! :)

Ein beginner's guide in Englisch, einfach zu lesen, hübsch designt (danke an die wunderbare Sylvie!) und zusammengestellt von verschiedenen Perspektiven (wohooo an die Heldin Kim fürs Organisieren!). Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Alles Liebe, Corinna

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