Wieviel Nachhaltigkeit macht denn eigentlich Spaß?

Freitag, Januar 01, 2016








Zum Jahresanfang möchte ich gern ein paar Gedanken mit euch teilen. Das Thema Nachhaltigkeit liegt mir sehr am Herzen und da ich mich schon viel mit dem Thema beschäftigt habe, frage ich manchmal wie viel des Guten eigentlich zu viel des Guten ist.
Nachhaltigkeit ist eine ewige Reise mit vielen Wegen. Und tausend Wege führen ja bekanntlich nach Rom. Es gibt wirklich so viele Dinge, die man tun kann, um den Planeten ein klein bisschen besser (oder zumindest weniger schlecht) zu hinterlassen, sei es eine möglichst pflanzenbasierte Ernährung, die Entscheidung zu weniger Konsum, der Kauf von ethisch korrekt produzierter Kleidung, die Unterstützung von kleinen Unternehmen, politisches Engagement in die richtige Richtung usw. 
Wenn man sich einmal mit dem Thema beschäftigt, merkt man, dass es schier kein Ende gibt - man immer NOCH ein kleines Stückchen besser handeln könnte. Das Essen? Vegetarisch, bio, regional, besser noch vegan, aber man denke auch an die CO2 Bilanz. Die Kleidung? Bio-Baumwolle, GOTS- und FWF-zertifiziert, fairtrade und am besten noch mit sozialem Zweck dahinter.


Das alles ist wunderbar, wenn man es umsetzen kann, aber ich finde, man sollte sich auch nicht hineinsteigern. Und auch nicht einschüchtern lassen von den vielen Optionen, die einem das Gefühl geben, man sollte alles auf einmal umstellen.
Niemand ist perfekt und es gibt immer Menschen, die es noch besser oder eben auch noch unbedachter machen als man selbst. Und ich sage unbedacht, weil die meisten sich tatsächlich einfach keine großen Gedanken machen, Dinge zu hinterfragen. Das ist mit Fast Fashion so ähnlich wie mit Fleischkonsum - keiner will einem anderen Lebewesen grundsätzlich etwas Böses. Nur weil man bei H&M einkauft, möchte man ja nicht aktiv die schrecklichen Produktionsbedingungen in den Nähereien fördern und die meisten Omnivore sind sicherlich auch keine Fans von Tierquälerei und Massentierhaltung. 
Seit ich mich aber mit solchen Themen beschäftige, fällt es mir immer schwerer, wegzuschauen. Und ich gebe mein Bestes, meinen Teil zu einer grüneren Welt beizutragen, ohne daran zu verzweifeln oder mir den Spaß im Leben nehmen zu lassen. 
Klar, es geht immer NOCH besser. Ich könnte auch zu einer grünen Bank wechseln, die mein Geld ausschließlich nachhaltig investiert. Oder mich aus moralischen Gründen noch strikter vegan als nur vegetarisch ernähren. Wenn ich es ganz genau nehme, sollte ich wohl auch nicht nach Kanada fliegen, sondern lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe etwas erkunden. Aber das Wichtige ist doch: Man tut etwas. Und jeder Konsumakt hat einen Einfluss und diesen kann man selbst steuern.
Ich finde, man sollte es nicht zu verbissen sehen, denn es gibt immer Luft nach oben.

Ich kann nicht von heute auf morgen die Welt verändern und es gibt noch so viele Bereiche, die ich nachhaltiger gestalten könnte. Aber manchmal muss man auch einfach den Moment genießen anstatt sich mit anderen zu vergleichen und nur das Negative zu sehen. Die kleinen Erfolge feiern, die man für sich persönlich erreicht hat. Und wenn es nur einmal in der Woche vegan ist, oder nur ein fair produziertes Kleidungsteil, dann ist das doch schon mal ein Zeichen. Denn es macht einen Unterschied.
Und jeder bewusste Kaufakt ist ein ziemlich guter Anfang in die richtige Richtung.


In diesem Sinne, habt einen grandiosen Start ins Jahr 2016! Bestimmt wird es ganz wunderbar. Und wer mit positiven Gedanken anfängt, kann ja nur mit positiven Taten weitermachen :)

Eure Corinna

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12 Kommentare

  1. Liebe Corinna,
    du sprichst mir aus der Seele. Seitdem ich verstärkt Fair Fashion und in Second-Hand-Läden kaufe, sehe ich auch, was man alles noch besser machen könnte. Die Schuhe sind dann zwar fair produziert, aber eben nicht vegan. Oder die Tasche ist vegan und aus nachhaltigem Material hergestellt, aber wie sieht es mit dem Lohn für die Arbeiter aus? Manchmal hat mich all das schon frustriert, weil ich das Gefühl hatte, immer noch aufmerksamer sein zu müssen.
    Aber wie du auch sagst: Es sind die kleinen Schritte, die man geht. Die einen leben vegan, die anderen fliegen nicht, sondern fahren nur Fahrrad. Wieder andere versuchen, so wenig Plastikmüll wie möglich zu produzieren. Egal was man tut, die Hauptsache ist, dass man überhaupt etwas tut! Und dann ist es auf einmal gar nicht mehr so schwer :)

    Liebe Grüße
    Julia von www.schriftundherz.com

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  2. Hej Liebes!

    Da sprichst du mir aus der Seele.. Ich bin größten Teils Vegetarierin, aber will und werde nicht gnaz auf Fleisch verzichten: Wenn dann aber bei einem regionalen Metzger, bei dem ich im Notfall auch hinter der Stalltüre schauen kann.
    Ich denke, dass jeder sein kleines Stück zu einer nachhaltigen Welt beitragen kann und es muss nicht immer die komplette Umstellung sein!

    Alles Liebe und bis bald,

    Deine Mona von
    Fleur & Fatale

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  3. Liebe Julia,

    wie Recht du hast mit den verschiedenen Aspekten; es ist halt wenig auf der Welt perfekt. Aber schön zu wissen, dass es nicht nur mir so geht. Und richtig ist, dass das Bewusstsein eine große Rolle spielt und man trotzdem den für sich wichtigen Weg geht. Danke für deine Meinung und ganz liebe Grüße :)
    Corinna

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  4. Hallo Mona,
    schön, dass du mir schreibst und schön, dass es noch mehr Leute gibt, die so denken bzw. es nachvollziehen können. :) Obwohl ich selbst seit Ewigkeiten vegetarisch leben, finde ich Fleischkonsum in Maßen wenn aus nachhaltiger Herstellung vertretbar; es muss halt jeder selbst für sich entscheiden. Es gibt jedenfalls viele Bereiche, in denen man sich noch "verbessern" kann und die Welt ein bisschen grüner machen kann.
    Liebste Grüße, Corinna

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  5. Hallo Corinna,
    schöner Post, ich kann dir nur zustimmen. Ich kaufe auch an Kleidung nur noch das allernötigste neu und gehe gerne auf Flohmärkte oder eben Secondhand Läden. Manchmal denke ich auch, es hat alles eh keinen Sinn, wenn ich als Einzelner all diese kleinen Maßenahmen treffe und in Indien oder China leben widerum Millionen Menschen, die genau das Gegenteil tun und wo die Umwelt unheimlich leidet.
    Trotzdem versuche ich mich nicht entmutigen zu lassen, denn viele kleine Taten bringen auch etwas. Und ich hoffe doch, dass es mit der Zeit immer mehr Menschen werden, die sich Gedanken machen!

    Alles Liebe

    Katja

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  6. Hallo Katja,
    danke für deinen Kommentar dazu! Und genau das ist es - wenn alle denken, man selbst macht eh keinen Unterschied, wird es nie Veränderungen geben. Aber wenn man allein die Entwicklung von vegetarischem Angebot bedenkt, gibt es da im Vergleich zu vor 15 Jahren schon mittlerweile unheimlich viel. Weil viele Einzelne eben angefangen haben, etwas zu ändern. Ich hoffe, dass es irgendwann auch in Bezug auf Kleidung oder Veganismus zB ähnliche Entwicklungen gibt, Also immer positiv denken :)
    Ganz liebe Grüße,
    Corinna

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  7. Hallo Corinna,
    toller Post, er regt zum Nachdenken an. Du hast Recht, zwischendurch sollte man einfach mal inne halten und sich Gedanken machen, ob man noch ein weiteres Teil kaufen muss, das unter unfairen Bedingungen produziert worden ist.
    Danke für die Anregung. Alles Liebe für 2016, wünsche dir nur das Beste.
    Liebe Grüße,
    Sarah
    www.liebreizend.com

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  8. Schöner Post! Ich finde auch, man verliert schnell den Spaß daran, wenn es zu verbissen wird... keiner kann alles richtig machen. Das sollten sich auch mal die Leute merken, die sich auf ein Ding versteifen und meinen, sie hätten sonst einen Freifahrschein. Z.B. darfst du heute kaum noch sagen, dass du nicht auf Echtleder verzichten willst, dabei habe ich viele Dinge gestrichen, auf die andere nicht verzichten können... gibt halt nie nur den einen richtigen Weg =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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  9. Hallo Corinna,
    genau über dieses Thema habe ich auch neulich mit meiner Familie diskutiert und du triffst es gut auf den Punkt mit diesem Post! Der Gedanke dass auch jede kleine Bemühung ein Schritt in die richtige Richtung ist, ist eine schöne Motivation fürs neue Jahr!

    Liebe Grüße, Laura D. :)

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  10. Hallo Sarah,
    merci für deinen Kommentar; schön, dass es für dich einen Anregung ist. :)
    Auch dir nur das Beste für 2016 und liebste Grüße, Corinna

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  11. Hello Heloise,
    naja, ich finde, jeder muss für sich entscheiden, was er für richtig oder falsch ansieht. Aber genau, das mit dem Freifahrtschein sehe ich auch so; ich finde, den sollte man eigentlich nie haben. Einfach eine gesunde Portion Selbstreflektion und nicht mit Steinen werfen wenn man im Glashaus sitzt und so :)
    Ganz liebe Grüße,
    Corinna

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  12. Hallo liebe Laura,
    lieben Dank für dein Feedback und schön, dass du auch mit deiner Familie darüber diskutierst...je mehr Leute darüber reden oder nachdenken, desto besser! Auch für dich alles Liebe für 2016! Corinnna :)

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Schön, dass du dir die Zeit nimmst hier deine Meinung zu hinterlassen. Ich freu mich über deinen Kommentar! :)

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